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Unternehmensnachrichten

Infineon-Tochter Qimonda mit mehr Verlust als Umsatz

München (Reuters) - Die Infineon-Tochter Qimonda hat im abgelaufenen Quartal mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust angehäuft und schlägt einen strikten Sparkurs ein.

Der Fehlbetrag überstieg von Oktober bis Dezember mit 598 Millionen Euro den Umsatz, der um 28 Prozent auf 513 Millionen Euro einbrach, wie der Speicherchiphersteller am Dienstagabend mitteilte. Vor allem der massiven Preisverfall auf dem Markt für DRAM-Chips habe zu einem operativen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 590 Millionen Euro geführt. Ein Jahr zuvor hatte Qimonda operativ noch 177 Millionen Euro verdient.

Qimonda-Chef Kin Wah Loh tritt nun auf die Kostenbremse: “Die größte Herausforderung ist jetzt, dass wir auf jeden Cent achten, den wir ausgeben”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Der Manager legt die Pläne für ein neues, rund zwei Milliarden Euro teures Chipwerk in Singapur auf Eis und drosselt die Produktion. “Wichtig ist, dass wir nun unsere Kasse schonen.” Während das Unternehmen seine Auftragsfertiger weniger auslasten werde und die Zulieferer im Preis drücken wolle, laufe die eigene Produktion in Dresden auf vollen Touren weiter.

Qimonda hat seine Barschaft innerhalb eines Jahres auf 374 Millionen Euro mehr als halbiert. Das Unternehmen prüfe, ob es sich frisches Geld beschaffen müsse. Loh betonte, sein Haus habe nur wenige Finanzschulden. Daher wäre die Situation selbst bei einer fortdauernden Krise nicht lebensbedrohlich, erklärte Finanzchef Michael Majerus.

Die Infineon-Anleger reagierten verstimmt auf die Zahlen. Die Aktie des Konzerns rasselte am Mittwoch fünf Prozent nach unten. “Da ist der Verlust höher als der Umsatz. Das erinnert schon an den Neuen Markt”, urteilte ein Händler. LBBW-Analyst Michael Busse sprach von einem “Horrorquartal”. Er rechnet aber damit, dass die Branche die Talsohle schon durchschritten hat.

LOH: NIEMAND WILL UNS KAUFEN

Der Verfall der Preise, die für ein Standardchipmodul auf unter einen Dollar gefallen waren, sei zuletzt gestoppt worden, sagte Loh. Trotz starker Nachfrage und leicht steigender Preise bleibe aber fraglich, wie nachhaltig der leichte Aufwärtstrend sei.

Der Branche stehe dennoch keine Konsolidierungswelle bevor. Obwohl die Mutter Infineon händeringend nach Käufern für ihre Qimonda-Anteile sucht, interessierten sich weder Konkurrenten noch Finanzinvestoren dafür. “Es hat bis jetzt keinerlei Versuche von irgendeiner Seite gegeben”, sagte Loh.

Die Qimonda-Aktie hat seit dem Gang an die New Yorker Börse im Sommer 2006 mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Noch hält Infineon noch mehr als drei Viertel der Anteile an Qimonda. Anfang 2009 will der Chipkonzern die bis dahin verbleibenden Qimonda-Papiere an seine Aktionäre verschenken.

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