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Unternehmensnachrichten

Streit zwischen Wirecard und SdK eskaliert - Anzeigen

München (Reuters) - Der Streit des Zahlungsverkehrs-Abwicklers Wirecard mit der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) eskaliert.

Während die Aktionärsvereinigung die von der Hauptversammlung beschlossene Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat gerichtlich annullieren lassen will, erstattete das Unternehmen nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen die SdK wegen Marktmanipulation und Insiderhandel. Die SdK kündigte am Freitag ihrerseits strafrechtliche Schritte gegen die von Wirecard erhobenen Vorwürfe an.

Die Aktionärsvereinigung hatte zunächst mitgeteilt, sie habe beim Landgericht München beantragt, die Entlastung der beiden Führungsgremien für nichtig zu erklären. Die Konzernrechungslegung sei nach Auffassung der SdK in verschiedenen wesentlichen Punkten unvollständig und irreführend. Zudem liege ihrer Ansicht nach eine fehlerhafte Prüfung des Jahresabschlusses vor.

Wirecard konterte mit dem Vorwurf, das Vorgehen der SdK sei von finanziellem Eigeninteresse der handelnden Vorstände geprägt. Der SdK-Vorstand habe mit Wertpapiergeschäften auf sinkende Kurse der Wirecard-Aktie gesetzt. Das im Technologie-Index TecDax notierte Papier war in den vergangenen Wochen immer wieder eingebrochen. Das Unternehmen warf der SdK nun vor, es seien Leerverkäufe in erheblichem Ausmaß getätigt worden. “Dabei dürften Gewinne im zweistelligen Millionenbereich erzielt worden sein.” Wirecard habe Strafanzeige bei der Finanzaufsichtsbehörde BaFin und der Staatsanwaltschaft erstattet.

Die SdK bestritt, dass ihr Handeln durch Eigennutz bestimmt worden sei. Leerverkäufe seien durch die SdK nicht getätigt worden. Allerdings habe ein Vorstandsmitglied seit Mitte Mai eine Position in der Wirecard-Aktie gehabt, die von fallenden Kursen profitieren würde. Das Mitglied habe sich jedoch bei allen Beschlüssen der SdK diesbezüglich enthalten. Die von Wirecard genannten Beträge seien völlig abwegig. Die Shortposition des Vorstandsmitglieds sei kleiner als 0,01 Prozent des Wirecard-Grundkapitals. Ein Zusammenhang mit dem Kursverlust der Aktie sei deshalb ausgeschlossen.

Das Unternehmen hatte zuletzt Investoren die Schuld an den Kursverlusten gegeben, die den Angaben zufolge Gerüchte um angebliche Bilanzfälschungen verbreiteten und mit fallenden Kursen Geld verdienten. Aus der Sicht der SdK ist der Kursverfall darauf zurückzuführen, dass viele Teilnehmer der Hauptversammlung die Sichtweise der SdK teilten.

Die Aktie brach am Freitag weiter um fast 30 Prozent ein und ging bei 4,25 Euro aus dem Handel.

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