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Unternehmensnachrichten

Reiseverbände - Lufthansa-Gebühr verprellt Kunden

A Lufthansa airline logo is pictured in Frankfurt airport, Germany, November 6, 2015. REUTERS/Ralph Orlowski/Files

Frankfurt (Reuters) - Die Lufthansa hat die Kritik an ihrer neuen Ticketgebühr zurückgewiesen.

Der Konzern habe keine Buchungsrückgänge aufgrund der Einführung der Gebühr festgestellt, erklärte die Fluggesellschaft am Montag und widersprach damit den Branchenverbänden Deutscher ReiseVerband (DRV) und Verband Deutsches Reisemanagement (VDR). Seit September verlangt die Lufthansa von Kunden, die nicht direkt über die Internet-Seite des Unternehmens buchen, 16 Euro mehr. Damit sollen Buchungssysteme wie Amadeus, Sabre und Travelport, die als Zwischenhändler im Hintergrund den Ticket-Verkauf abwickeln, umgangen werden, um Kosten zu drücken.

Dem DRV und VDR zufolge vergrault die Gebühr die Kunden. Die derzeitige Buchungsentwicklung deute darauf hin, dass die Lufthansa zehn Prozent ihres Marktanteils an Konkurrenten verliere, sagte DRV-Vorstandsmitglied Stefan Vorndran auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. Dieser Effekt werde nun allmählich sichtbar. Die Lufthansa erklärte hingegen, alleine im deutschen Markt habe sich der Anteil der über die Lufthansa-Website verkauften Tickets im Vorjahresvergleich seit September um durchschnittlich sechs Prozentpunkte auf 37 Prozent erhöht.

Doch der Großteil von Lufthansa-Flügen wird weiterhin über die sogenannten Global Distribution Systems (GDS) gebucht - vor allem von Reisebüros, Firmenreisestellen und Internet-Flugportalen. Privatkunden kommen mit den Firmen nicht in Berührung. “Für Firmenkunden ist die nicht kostenpflichtige Buchung über die Websites der Lufthansa absolut keine Alternative”, sagte VDR-Präsident Dirk Gerdom mit Verweis auf eine internationale Umfrage der Global Business Travel Association (GBTA). Buchten Mitarbeiter direkt über die Websites der Lufthansa, seien Reiseverlauf und Reisedaten für Unternehmen und deren Travel Manager kaum noch nachvollziehbar. “GDS sind die effizienteste Lösung für die Unternehmen und werden deshalb auch weiterhin präferiert”, sagte Vorndran, dessen Verband die Interessen von Reisebüros und Reiseveranstaltern vertritt. “Ich hoffe, dass auch eine Lufthansa kaufmännischen Logiken folgen wird. Ich glaube nicht, dass man eine solche Vorgehensweise auf Dauer durchhalten kann.”

Die GDS bündeln alle verfügbaren Daten über Flüge wie die Zeiten, Buchungsklassen und Preise auf einer einheitlichen Plattform. Für die Dienstleistung müssen die Airlines zahlen. Um die Kunden zur Abkehr von den GDS zu bewegen, arbeitet die Lufthansa unter anderem an der direkten Anbindung von Großkonzernen an ihr Buchungssystem.

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