April 3, 2014 / 7:29 AM / 6 years ago

US-Steuerstreit kommt Credit Suisse teuer zu stehen

Zürich (Reuters) - Credit Suisse stellt sich auf eine saftige Buße im Steuerstreit mit den USA ein. Die Schweizer Großbank verdoppelte den Betrag, den sie für eine Geldstrafe bereithält, auf 895 Millionen Franken (rund 733 Millionen Euro).

The logo of Swiss bank Credit Suisse is seen at an office building in Zurich October 24, 2013. Credit Suisse will shrink interest rate trading after revenue and profit at its investment bank slid in the third quarter, it said on Thursday, further scaling back an area squeezed by strict new regulation and feeble activity. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS LOGO) - RTX14M3M

Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, führt das dazu, dass die zweitgrößte Schweizer Bank im Schlussquartal 2013 nun einen Verlust schreibt. Die gute Nachricht dabei ist nach Ansicht von Analysten, dass das Geldhaus einer Einigung mit dem amerikanischen Justizministerium und einem Ende des seit mehreren Jahren schwelenden Steuerstreits wahrscheinlich näher gekommen ist.

Credit Suisse ist eine von 14 Schweizer Banken, gegen die die US-Justiz wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt. Bislang hatte das Institut 470 Millionen Franken zurückgelegt. Nun kamen neu 425 Millionen hinzu. Eine CS-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob eine Einigung mit dem US-Justizministerium in Reichweite liegt. Laut den Rechnungslegungsvorschriften müssen die Kostenfolgen eines Rechtsfalls wahrscheinlich sein und sich realistisch abschätzen lassen, um eine Rückstellung zu bilden.

Kepler Cheuvreux-Analyst Dirk Becker geht davon aus, dass Credit Suisse in Vergleichsverhandlungen mit dem US-Justizministerium erst in letzter Zeit Fortschritte erzielt hat. Sonst hätten sie die Erhöhung der Rückstellungen wohl früher gemeldet. Becker rechnet damit, dass Credit Suisse schließlich nicht wesentlich mehr bezahlen muss, als das Institut nun zurückgestellt hat.

Die höheren Rückstellungen entsprechen in etwa der Schätzung vieler Experten. Rainer Skierka von der Privatbank J.Safra Sarasin beziffert die Markterwartung auf 800 Millionen bis eine Milliarde Franken. “Es ist zwar sehr spekulativ, aber man könnte das so interpretieren, dass ein Vergleich näher gekommen ist,” sagte Skierka. “Doch in die Karten blicken lassen sich weder die Bank noch das US-Justizministerium.”

MEHR ALTLASTEN ALS UBS UND DEUTSCHE BANK

Sollte Credit Suisse auch den US-Steuerstreit beilegen, sind die beiden bedeutendsten Rechtsfälle vom Tisch. Im März zahlte die Bank in einem Vergleich um verbriefte Immobilienkredite 885 Millionen Dollar Strafe. Insgesamt verdoppelten sich im vergangenen Jahr die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in der Konzern-Bilanz auf 2,3 Milliarden Franken (1,88 Milliarden Euro). Damit sind die Altlasten bei Credit Suisse noch höher als bei vergleichbaren Häusern. UBS hatte Ende 2013 für Rechtsfälle und regulatorische Verfahren 1,4 Milliarden Franken beiseitegelegt, bei der Deutschen Bank waren es 1,8 Milliarden Euro.

Angesichts der zusätzlichen Rückstellungen muss Credit Suisse das Ergebnis des vierten Quartals nach unten korrigieren und weist nun einen Verlust von fast einer halben Milliarde Franken aus. Der Jahresgewinn 2013 liegt mit 2,3 Milliarden Franken aber immer noch um gut 70 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Für das Top-Management bedeutet das mehr Gehalt. Konzernchef Brady Dougan, der die Bank seit sieben Jahren leitet, streicht mit 9,79 Millionen Franken gut ein Viertel mehr ein als 2012. Der Bonustopf für den ganzen Konzern wuchs dagegen lediglich um fünf Prozent. Über den Lohn von Dougan und der restlichen Konzernspitze können die Aktionäre auf der Generalversammlung am 9. Mai abstimmen. Die Bank ist allerdings nicht verpflichtet, das Abstimmungsergebnis auch umzusetzen.

Bei der Aktionärsversammlung kommt es zudem zu einem Generationenwechsel im Verwaltungsrat. Die längjährigen und einflussreichen Mitglieder Walter Kielholz und Peter Brabeck scheiden aus. Nachrücken sollen Roche-Chef Severin Schwan und der Chef der Google-Forschungsabteilung Google X Sebastian Thrun.

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