October 2, 2018 / 7:17 AM / 2 months ago

Informant in Danske-Bank-Skandal vor EU-Parlament geladen

FILE PHOTO: Danske Bank sign is seen on a building in Copenhagen, Denmark, September 27, 2018. REUTERS/Jacob Gronholt-Pedersen/File Photo *** Local Caption *** Jacob Gronholt-Pedersen - RC1711E5CAF0

Kopenhagen (Reuters) - Der Whistleblower der von einem Geldwäsche-Skandal erschütterten dänischen Danske Bank soll vor dem Sonderausschuss des EU-Parlaments zur Finanzkriminalität aussagen.

Howard W., der zur Aufdeckung der Affäre beigetragen hatte, sei für den 21. November eingeladen worden, erklärte der Sprecher des Ausschusses, Jeppe Kofod, am Dienstag. “Soweit wir wissen, ist Howard W. untergetaucht. Wir haben aber einen sicheren Kommunikationsweg zu ihm aufgebaut und werden ihm die offizielle Einladung zukommen lassen”, antwortete Kofod in einer E-Mail auf Fragen der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Anwalt teilte später mit, dass Howard W. die Einladung in Erwägung ziehe.

Der Brite ist nicht dazu verpflichtet, vor dem Ausschuss auszusagen. Normalerweise sind die Anhörungen öffentlich und werden live im Internet übertragen. Kofod erklärte, er verstehe, dass der Informant Angst habe. Deshalb sei man bereit einen Weg zu finden, wie Howard W. seine Aussage auf eine sichere Art und Weise übermitteln könne. Howard W. leitete der dänischen Zeitung Berlingske zufolge früher das Handelsgeschäft der Danske Bank im Baltikum. Es bestehe eine “gute Chance”, dass Howard W. zu der Anhörung im nächsten Monat erscheine, erklärte sein Anwalt.

Durch die Anhörung könne man erfahren, wo genau Danske und die Aufseher in Dänemark und Estland versagt hätten, sagte Kofod. “Das würde uns erlauben, die einschlägigen EU-Gesetze sowie die Aufsicht über die Banken und die nationalen Aufsichtsbehörden zu verschärfen.” So könne man die riesigen Geldwäsche-Skandale, die Europa zuletzt erschütterten, in Zukunft hoffentlich verhindern.

Wegen der milliardenschweren Geldwäsche-Affäre bei der Danske Bank hat die EU-Kommission die europäische Bankenaufsicht EBA eingeschaltet. Sowohl in Dänemark als auch in Estland ermitteln Staatsanwälte. Eine interne Untersuchung bei Dänemarks größtem Geldhaus hatte ergeben, dass der größte Teil des zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Geldes von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Auf einer Liste tauchten dabei vor allem britische und russische Firmen auf.

Zum neuen Übergangschef hatte der Aufsichtsrat am Montag Jesper Nielsen ernannt. Er folgt Thomas Borgen nach, der im Zuge des Skandals um die estnische Danske-Niederlassung im September zurückgetreten war.

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