May 7, 2013 / 9:59 AM / 6 years ago

Geldschwemme spült Dax auf neues Allzeithoch

Frankfurt (Reuters) - Nach mehreren Anläufen hat es der Dax geschafft: Der Leitindex markierte am Dienstag mit 8163,46 Punkten ein neues Allzeithoch, er stieg in der Spitze um 0,6 Prozent.

The curve of the German share price index DAX board is pictured at the Frankfurt stock exchange May 7, 2013. Germany's blue-chip DAX index hit an all-time high on Tuesday, rising to 8,160.14 points at 0850 GMT as it tracks a global rally on the back of strong support from central banks. REUTERS/Remote/Pawel Kopczynski (GERMANY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY) - RTXZDC3

Seine bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2007 lag bei 8151,57 Zählern. Die Hoffnung auf steigende Unternehmensgewinne und weiteres billiges Notenbank-Geld treiben die Anleger derzeit in Aktien. Auch die Wall Street und der Nikkei-Index hatten sich zuletzt zu neuen Höhen aufgeschwungen. “Das billige Geld ist wie Wasser - es sucht sich seinen Weg”, sagt Aktienmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank.

Die Geldschleusen der Notenbanken sind derzeit weit geöffnet: EZB-Präsident Mario Draghi hatte erst am Montag seine Bereitschaft bekräftigt, den Leitzins notfalls weiter zu senken, um der schwächelnden Euro-Zone auf die Beine zu helfen. Die EZB hat ihren Leitzins in der vergangenen Woche bereits auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent heruntergeschraubt.

In den USA ist ein Ende der lockeren Geldpolitik ebenfalls nicht absehbar: Fed-Chef Ben Bernanke will erst dann geldpolitisch vom Gas gehen, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist. Und das dürfte noch eine Weile dauern - im April lag sie bei 7,5 Prozent.

BILANZREIGEN WECKT KAUFLUST

Für gute Stimmung am Aktienmarkt sorgten - neben der Geldschwemme - auch Quartalsbilanzen zahlreicher Unternehmen aus der ersten und zweiten Reihe. “Viele Berichte fielen heute ganz ordentlich aus”, sagt ein Börsianer. “Man darf nicht vergessen, dass wir auch Unterstützung durch fundamentale Daten erhalten. Die Weltwirtschaft wächst in diesem Jahr, davon profitiert natürlich auch Deutschland”, erklärt Halver.

Positiv überrascht wurden die Anleger vor allem von der Allianz. Europas größter Versicherer hat seinen Gewinn dank sprudelnder Einnahmen im ersten Quartal deutlich gesteigert - die Aktien stiegen um bis zu 2,5 Prozent auf 119,45 Euro, den höchsten Stand seit knapp fünf Jahren. Punkten konnte auch die Commerzbank: Der Verlust fiel im ersten Quartal mit 94 Millionen Euro geringer aus als von den Analysten erwartet. Die Aktien notierten 1,3 Prozent fester bei 10,95 Euro. Equinet-Analyst Philipp Häßler rechnete allerdings damit, dass das Aufwärtspotenzial für die Titel wegen der geplanten Kapitalerhöhung begrenzt ist. Die Commerzbank will ihre Aktionäre ab Mitte Mai um weitere 2,5 Milliarden Euro an frischem Kapital bitten, um die übrigen Stillen Einlagen des Staates und der Allianz zu tilgen.

Im MDax machte Stada den Investoren Lust auf Aktienkäufe. Die Steigerung von Umsatz und Ergebnis trieb die Titel um 7,1 Prozent auf ein Fünf-Wochen-Hoch von 32,03 Euro. LBBW-Analyst Timo Kürschner sprach von einem dynamischen Jahresauftakt. Das Markenportfolio des Arzneimittelherstellers gewinne weiter an Gewicht, erklärte der Experte.

SPEKULATION AUF WEITERE ZINSSENKUNG SETZT EURO ZU

Hochtief traut sich angesichts des Verkaufs seiner Flughafen-Beteiligungen und florierender Australien-Geschäfte 2013 mehr zu. Der Bauriese hatte am Dienstag mit einer Tochtergesellschaft des kanadischen Pensionsfonds PSP Investments den Verkauf aller Anteile der Hochtief AirPort GmbH vereinbart. Dies sei eine positive Nachricht, da Hochtief bereits seit mehreren Jahren versuche, seine Flughafen-Beteiligungen zu verkaufen. “Mittlerweile wurde von einigen Marktteilnehmern sogar bezweifelt, dass die Beteiligungen überhaupt in einem Stück verkäuflich sind”, schrieb DZ-Bank-Analyst Marc Nettelbeck in einem Kommentar. Die Papiere legten knapp fünf Prozent zu.

Während am deutschen Aktienmarkt der Bilanzreigen für ordentlich Bewegung sorgte, zeigten sich die Euro-Anleger wesentlich zurückhaltender. Die Gemeinschaftswährung notierte nahezu unverändert bei 1,3080 Dollar. Die Spekulationen auf eine weitere Zinssenkung durch die EZB machten dem Euro zu schaffen.

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