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FOKUS 1-Ukraines Gasversorger sieht bald Vertrag mit Russland

Kiew/Moskau, 10. Jan (Reuters) - Im folgenreichen Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine rechnet der ukrainische Versorger Naftogaz mit einer baldigen Lösung. In den kommenden Tagen, wenn nicht Stunden, werde ein Vertrag über Gaslieferungen für und durch die Ukraine unterzeichnet, sagte Naftogaz-Vizechef Wolodimir Trikolitsch am Samstag in Kiew. Bei entsprechenden Gesprächen in Moskau gebe es Fortschritte. Ebenfalls in Moskau verhandelte eine EU-Delegation über den Einsatz internationaler Beobachter in der Ukraine. Eine baldige Lösung galt hier jedoch eher als unwahrscheinlich. Wegen des noch anhaltenden Lieferstopps nahm E.ONEONGn.DE Ruhrgas die Versorgung von weiteren Ländern Südosteuropas auf.

Am Samstag kam Tschechiens Regierungschef Mirek Topolanek, der die EU-Delegation in Moskau leitet, mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin zusammen. Er sagte, er werde solange in der Region bleiben, bis die Gaslieferungen nach Europa sichergestellt seien.

Doch Putin schien sich von Topolaneks Entschlossenheit zunächst nicht beeindrucken zu lassen. “Obwohl Sie sich persönlich um eine Lösung bemühen, verschärft sich die Krise”, sagte Putin. Beobachter zweifelten deshalb eher an einer baldigen Lösung. Uneinigkeit herrschte noch über die Einzelheiten zum Einsatz der von der EU-Kommission geführten Beobachterdelegation.

Am Freitag waren in Kiew die ersten Experten eingetroffen. Sie hätten erste Gespräche mit Naftogaz und dem russischen Gaskonzern GazpromGAZP.MM geführt, sagte ein Sprecher von E.ON Ruhrgas. Ruhrgas hat die technische Leitung der 20-köpfigen Gruppe übernommen. Die Beobachter sollen an der russisch-ukrainischen Grenze und an der ukrainisch-slowakischen Grenze den Transitfluss russischen Gases überwachen.

Ein E.ON-Sprecher sagte am Samstag in Essen, nach Ungarn, Serbien und der Slowakei erhielten nun auch Kroatien, Bosnien und Herzegowina Stützungslieferungen. Diese Länder sind bei winterlicher Kälte am schwersten von den Lieferausfällen beim russischen Gas betroffen. Die Versorgung von insgesamt 18 Ländern - darunter Deutschland - wurde unterbrochen.

Russland und die Ukraine streiten seit Wochen über Schulden, höhere Preise und Transitgebühren für Gaslieferungen. Gazprom hatte der Ukraine deswegen zu Jahresbeginn den Gashahn zugedreht und Naftogaz vorgeworfen, für Westeuropa bestimmten Brennstoff aus den Transitpipelines zu stehlen. Gazprom hatte daraufhin kein Gas mehr in die Leitung eingespeist.

Reporter: Yuri Kulikov, Denis Dyomkin und Anneli Palmen; bearbeitet von Elke Ahlswede; redigiert von Andreas Kenner

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