29. August 2017 / 06:04 / vor 24 Tagen

Umfrage - Bürger vor Bundestagswahl in "bester Kauflaune"

People enjoy the sun while strolling through the shopping mall "Wertheim Village" outlet center in Wertheim, Germany, March 30, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin/Paris (Reuters) - Die Bürger sind vor der Bundestagswahl in so guter Konsumstimmung wie seit rund 16 Jahren nicht mehr.

Der von den GfK-Experten ermittelte Konsumklima-Index für September stieg überraschend um 0,1 auf 10,9 Punkte, wie die Nürnberger Marktforscher am Dienstag mitteilten. Das Barometer legte nun bereits den fünften Monat in Folge zu und erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2001. Die Bereitschaft zur Anschaffung teurer Güter wie Möbel und Autos legte im laufenden Monat zu. “Die Bundesbürger bleiben auch im August in bester Kauflaune”, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Allerdings blickten sie nicht mehr ganz so optimistisch auf die Konjunktur.

Die Diskussion um die Zukunft des Diesel-Motors und geopolitische Spannungen wie etwa die Nordkorea-Krise hinterließen dabei offenbar Spuren. Das Barometer für die Konjunkturerwartung sank im August um 14,2 Zähler auf 30,4 Punkte: “Möglicherweise ist eine Reihe von Bundesbürgern etwas verunsichert darüber, ob sich die Exportnation Deutschland auch künftig so dynamisch entwickeln kann wie bisher,” sagte GfK-Fachmann Bürkl. Das Thema hat vor der Bundestagswahl am 24. September zuletzt immer größere Kreise gezogen. In der Debatte über den Schadstoffausstoß von Autos stellten sich Politiker der Regierungskoalition hinter den Diesel-Antrieb. Unterdessen ging die Nachfrage nach Pkw-Fahrzeugen angesichts drohender Fahrverbote bereits zurück.

Zugleich legte das GfK-Barometer für die Einkommenserwartung den fünften Monat in Folge zu und erreichte einen Rekordwert. Der Indikator stieg um 0,5 auf 61,4 Zähler. Hauptgrund für die Rekordfahrt sei die äußerst gute Situation auf dem Arbeitsmarkt: “Stabile Beschäftigungsverhältnisse lassen kaum Angst aufkommen, den Job zu verlieren.”

FRANZOSEN KONSUMIEREN MEHR

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will den Jobmarkt in seinem Land in Schwung bringen, in dem er das vergleichsweise strenge französische Arbeitsrecht lockert. Seine Landsleute haben im Juli mehr konsumiert und damit Hoffnungen auf einen anhaltenden Aufschwung genährt. Die Verbraucherausgaben legten um 0,7 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistikamt Insee mitteilte.

Damit fiel der Anstieg etwas stärker aus als von Experten erwartet, die ein Plus von 0,6 Prozent auf dem Zettel hatten. Besonders gefragt waren im Juli Textilien und Haushaltsgeräte, die im Sommerschlussverkauf günstiger zu haben sind. Daher hatten sich die Bürger im Juni mit Käufen zurückgehalten - entsprechend gingen die Konsumausgaben um 0,7 Prozent zurück. Dank insgesamt ausgabefreudiger Verbraucher und anziehender Exporte ist die Wirtschaft inzwischen auf einem stabilen Wachstumskurs: Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni bereits das dritte Quartal in Folge um 0,5 Prozent.

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