May 29, 2019 / 8:06 AM / a month ago

Bundesbank-Präsident Weidmann sieht digitales Zentralbankgeld kritisch

German Federal Bank President Jens Weidmann arrives for a G-20 Finance Ministers and Central Bank Governors' meeting at the IMF and World Bank's 2019 Annual Spring Meetings, in Washington, April 12, 2019. REUTERS/James Lawler Duggan

Frankfurt (Reuters) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann steht Überlegungen zur Einführung von digitalem Zentralbank-Geld eher skeptisch gegenüber.

Die Bedenken sollten nicht leichtfertig weggewischt werden, sagte Weidmann am Mittwoch in Frankfurt. “Digitales Zentralbankgeld für einen breiten Nutzerkreis hätte – je nach Ausgestaltung – möglicherweise gravierende Auswirkungen.” Ein solches Cybergeld für jedermann könne die Geschäftsmodelle von Banken grundlegend verändern. Die Nachfrage danach sei dann womöglich größer und schwankungsreicher als jene nach Bargeld.

Aus Weidmanns Sicht wäre die Finanzstabilität mit der Einführung von digitalem Zentralbank-Geld im Krisenfall womöglich stärker gefährdet. Denn dann gebe es eine zusätzliche, sehr sichere Alternative für Anleger, die dann womöglich viel schneller und massiver eine “Flucht in Sicherheit” und einen Ansturm auf Banken auslösen könnten als in der Vergangenheit. Mit seinen Warnungen steht Weidmann nicht alleine da. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hatte 2018 in einer Studie auf solche Gefahren hingewiesen und Notenbanken zur Vorsicht geraten. Haushalte könnten dann etwa im Krisenfall in großem Stil versuchen, Ersparnisse von ihren Konten abzuziehen und als Digital-Gerld in Sicherheit zu bringen.

In Europa sind Überlegungen zur Einführung einer eigenen Cyberwährung in Schweden weit fortgeschritten. Dort prüft die Riksbank schon seit einiger Zeit mit der sogenannten e-Krona eine Alternative zum Bargeld. In Schweden ist das bargeldlose Zahlen generell schon deutlich weiter verbreitet als in anderen europäischen Ländern. Einer Erhebung zufolge bezahlten dort 2018 nur noch 13 Prozent aller Befragten ihre Einkäufe bar verglichen mit 39 Prozent im Jahr 2010.

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