November 12, 2019 / 7:06 AM / 24 days ago

Aareal Bank hält an IT-Tochter fest - Höhere Risikovorsorge

Frankfurt (Reuters) - Die Aareal Bank will sich dem Druck des aktivistischen Hedgefonds Teleios nicht beugen und an ihrer Software-Tochter Aareon festhalten.

“Die Aareon ist integraler Bestandteil unserer Gruppe”, sagte Bankchef Hermann Merkens am Dienstag. “Einen Mehrheitsverkauf verfolgen wir daher weiterhin nicht.” Die IT-Tochter habe innerhalb der Gruppe eine wesentliche Rolle und “exzellente Wachstumsaussichten”. Außerdem liefere Aareon, die Software zur Verwaltung von Immobilien und Mietzahlungen anbietet, dem Immobilienfinanzierer wichtige Provisionserträge und Einlagen zur Refinanzierung.

Der Hedgefonds mit Sitz im schweizerischen Steuerparadies Zug war vor ein paar Wochen bei der Aareal Bank eingestiegen und drängt auf einen Komplettverkauf von Aareon. Merkens sucht für Aareon nach einem Partner, mit dem er die 100-prozentige Tochter in den kommenden Jahren weiterentwickeln will. Möglich sei in diesem Zusammenhang ein Teilverkauf an einen Investor, sagte er. Eventuell könne es noch in diesem Jahr eine Vereinbarung geben. Die Veräußerung einer Mehrheit sei geprüft worden, diese Option werde der Vorstand allerdings nicht weiter verfolgen. Im Februar will das Management die künftige Strategie des Immobilienfinanzierers konkretisieren.

Im dritten Quartal ging das Betriebsergebnis der Aareal Bank um knapp neun Prozent auf 64 Millionen Euro zurück. Das lag vor allem an einer höheren Risikovorsorge für faule Kredite. Sie stieg auf 27 (Vorjahreszeitraum: 14) Millionen Euro. Die Bank baute vor allem in Italien ausfallgefährdete Darlehen ab. Dank der Software-Tochter Aareon legte der Provisionsertrag im vergangenen Quartal zu und auch der Zinsüberschuss stieg.

Wegen der höheren Belastungen für Risikovorsorge und des anhaltend niedrigen Leitzinsniveaus erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr ein Konzernbetriebsergebnis am unteren Ende der bereits in Aussicht gestellten Spanne von 240 bis 280 Millionen Euro. Das Neugeschäftsvolumen werde dagegen eher am oberen Ende der prognostizierten sieben bis acht Milliarden Euro liegen.

Börsianer gingen auf Abstand. Die Aktien fielen zeitweise um mehr als fünf Prozent auf 28,53 Euro und waren mit Abstand größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

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