August 8, 2019 / 6:13 AM / 15 days ago

Adidas muss im zweiten Halbjahr mehr Tempo machen

Jan 9, 2019; Orlando, FL, USA; A general view of the Adidas MLS soccer game ball prior to the Players Combine at Orlando City SC Stadium. Mandatory Credit: Kim Klement-USA TODAY Sports

München (Reuters) - Adidas will seine Wachstumsziele in diesem Jahr mit einem kräftigen Endspurt doch noch schaffen.

Der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt kämpft noch mit Engpässen, weil er die Nachfrage nach T-Shirts und Trikots im mittleren Preis-Segment in den USA unterschätzt hat und die Lieferanten aus Asien mit der Produktion nicht hinterherkamen. Deshalb kletterte der Umsatz im ersten Halbjahr nur um vier Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Bis Ende des Jahres will Vorstandschef Kasper Rorsted die Probleme überwunden haben. “Wir haben neue Kapazität hinzugekauft”, sagte Rorsted am Donnerstag in Herzogenaurach. Um lieferfähig zu sein, habe Adidas die Textilien zuletzt teilweise teuer in die USA einfliegen lassen.

Das Ziel, in diesem Jahr beim Umsatz währungsbereinigt um fünf bis acht Prozent zuzulegen, hält Rorsted weiter für machbar. Das Wachstum werde im dritten Quartal größer ausfallen als im zweiten, und im vierten größer als im dritten, sagte der Däne. Mit dem Handelsstreit, in den sich die USA und China immer tiefer verwickelt haben, hätten die Lieferprobleme aber nichts zu tun, betonte Rorsted. Adidas erwirtschafte inzwischen rund 25 Prozent des Geschäfts in China - und produziere dort 20 Prozent. Sorgen macht Rorsted aber, dass der Streit bald über einen Abwertungswettlauf ausgetragen werden könnte. “Ein Währungskrieg würde uns viel stärker treffen. Da würden alle verlieren, weil das die Weltkonjunktur bremst.”

Beim Gewinn liegt Adidas dagegen nach dem ersten Halbjahr am oberen Ende der Planungen. Der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft zog von Januar bis Juni um 14 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro an, weil Adidas mehr über den eigenen Internet-Auftritt und in China verkaufte, wo die Margen am höchsten sind. Damit steckte der Konzern auch die teure Luftfracht weg. Für das Gesamtjahr bleibt es bei dem Ziel, den Gewinn im fortgeführten Geschäft um zehn bis 14 Prozent auf 1,88 bis 1,95 Milliarden Euro zu steigern. Die Marge soll sich auf 11,3 bis 11,5 (2018: 10,7) Prozent verbessern. Im ersten Halbjahr lag sie bei 13,3 (12,4) Prozent.

Die Aktie gab am Donnerstag um 1,4 Prozent auf 260 Euro nach. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Die Zahlen für das zweite Quartal lagen etwas unter den Erwartungen der Experten - für Adidas sei das ungewöhnlich, schrieben die Analysten von Credit Suisse. Einige Börsianer hatten auch auf eine Anhebung der Prognose - wie beim Rivalen Puma - gesetzt.

KEINE GESPRÄCHE MIT “SHAQ”

Allein im zweiten Quartal trieb Adidas den Absatz über die eigenen Online-Kanäle um 37 Prozent nach oben. Zum Teil sind dort Neuheiten zu haben, bevor sie in den Läden zu kaufen sind. In Europa stoppte Adidas den Umsatzschwund, obwohl die Verkäufe rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wegfielen. Zum Jahresende will der Sportartikelhersteller auf dem alten Kontinent wieder wachsen - dann wirft die Fußball-Europameisterschaft ihre Schatten voraus.

Die Fitness-Marke Reebok, das Sorgenkind von Adidas, kehrte vor allem dank Zuwächsen im US-Markt auf den Wachstumspfad zurück und schrieb im zweiten Quartal schwarze Zahlen. “Wir sehen Fortschritte, aber wir sind noch nicht am Ziel”, betonte Rorsted. Er hat der Marke bis 2020 Zeit gegeben, wieder auf soliden Beinen zu stehen. Gespräche über einen Verkauf von Reebok gebe es nicht, betonte der Vorstandschef. Der ehemalige Basketball-Profi Shaquille O’Neal hatte im Juni öffentlich sein Interesse an einem Kauf von Reebok angemeldet. “Wir können nicht kontrollieren, was Leute im Fernsehen sagen”, gab sich Rorsted schmallippig.

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