November 19, 2019 / 10:58 AM / a month ago

Bundesregierung will Schub für Investitionen in Afrika

German Chancellor Angela Merkel addresses participants of the "G20 Investment Summit - German Business and the CwA Countries 2019" on the sidelines of a Compact with Africa (CwA) in Berlin, Germany November 19, 2019. John MacDougall/Pool via REUTERS

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will mit einem Bündel von Maßnahmen für einen Investitionsschub in Afrika sorgen.

“Wir müssen den Übergang schaffen zu einem sich selbsttragenden Aufschwung”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag bei einer Investorenkonferenz mit zwölf afrikanischen Staaten in Berlin. Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Entwicklungsminister Gerd Müller verwiesen auf ein breites neues Instrumentarium an Hilfen. Dazu gehört etwa ein neues Programm (Afrika-CIRR) mit Krediten bis zu 85 Millionen Euro und festem Zins. Der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft hatte zuvor eine bessere staatliche Absicherung von Investitionen in Afrika gefordert.

Mit der zweiten großen Afrika-Konferenz in Berlin nach 2018 will die Bundesregierung ihre Engagement vor allem mit zwölf Staaten in der 2017 gestarteten Initiative “Compact with Africa” verstärken. Der in der deutschen G20-Präsidentschaft gestarteten Compact-Initiative gehören mittlerweile zwölf Länder wie etwa Tunesien, Senegal, Togo, Ruanda oder Äthiopien an, die sich zu mehr Transparenz und Reformen verpflichtet haben.

Altmaier betonte, der Blickwinkel auf Afrika habe sich in den vergangenen Jahren völlig geändert. Mittlerweile gehörten Länder wie Senegal, Dschibuti und Ghana zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. Im ersten Halbjahr 2019 sei die Handelsbilanz Deutschlands um neun Prozent gewachsen, obwohl die Konjunktur in der Bundesrepublik lahmte. Die deutschen Exporte beliefen sich im vergangenen Jahr auf 23 Milliarden Euro, die Importe auf 22 Milliarden Euro. “Seit 2018 sind alleine Exporte in Compact-Ländern in Höhe von 330 Millionen Euro durch Bundesgarantien abgesichert worden”, sagte Merkel. Es lägen Anträge in Höhe von einer Milliarde Euro vor.

Auch bei den Investitionen geht es nach Angaben von Wirtschaft und Regierung voran. “2018 war ein Rekordjahr für deutsche Investitionen”, sagte der Präsident des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing, im Reuters-Interview. [nL5N27W01L] Das Wirtschaftsministerium teilte mit, dass deutsche Unternehmen 2018 knapp zwei Milliarden Euro in Afrika investiert hätten. In diesem Jahr sehe es ähnlich aus. Und Merkel erwähnte, dass es bereits 230 Anträge für ein neues Kreditprogramm für Mittelständler gebe. Das Wirtschaftministerium will zudem Kreditsummen mit festem Zins bis zu 85 Millionen Euro anbieten. Das Programm mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro pro Jahr solle mit der Verabschiedung des Bundeshaushalts 2020 in Kraft treten.

Als größte Probleme in Afrika gelten laut Merkel das sehr starke Bevölkerungswachstum und die Sicherheitslage etwa in der Sahelzone. Firmen beklagen sich zudem über Korruption und den Mangel an ausgebildeten Fachkräften.

Kritik kam von der Entwicklungshilfeorganisation Venro. Direktinvestitionen aus dem Ausland könnten bei der Stärkung von kleinen und mittleren afrikanischen Betrieben nur bedingt helfen, sagte Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von Venro. “Die Bundesregierung sollte spezielle Fördermaßnahmen für Investitionen in afrikanische kleine und mittlere Unternehmen auflegen und bestehende Förderinstrumente ausbauen.” Entwicklungsminister Müller sagte, man investiere 400 Millionen Euro in afrikanische Mittelständler.

Die KfW und die Allianz gaben bekannt, dass sie im Auftrag des Entwicklungsressorts einen Dachfonds “AfricaGrow” aufgelegt hätten. Dieser solle mit 170 Millionen Euro aus öffentlichem und privaten Geld bis zu 150 innovative kleine und mittlere Unternehmen in Afrika fördern.

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