May 8, 2012 / 10:22 AM / 7 years ago

Anleger fürchten politisches Vakuum in Athen - Dax fällt

Frankfurt (Reuters) - Die Furcht vor einem politischen Chaos in Griechenland hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Schach gehalten.

Der Dax verlor am Dienstagmittag gut ein Prozent auf 6498 Punkte. Aufgrund eines technischen Problems bei der Deutschen Börse war der Leitindex erst mit einer Verspätung von mehr als einer Stunde in den Xetra-Handel gestartet. Ein Sprecher des Frankfurter Börsenbetreibers sprach von einem “Hardware-Fehler”. Den letzten Ausfall auf Xetra hatte es im November 2007 gegeben. Damals war das System ebenfalls gut eine Stunde lahmgelegt.

Neben den technischen Problemen sorgte am Dienstag vor allem die gescheiterte Regierungsbildung in Griechenland für Gesprächsstoff. Die konservative Partei Neue Demokratie, die bei den Wahlen am Sonntag stärkste Kraft geworden war, hat ihr Mandat zur Bildung einer Koalition bereits zurückgegeben. Nun soll sich das Linksbündnis, die zweitstärkste Kraft, daran versuchen. Doch viele Experten bezweifeln, dass es angesichts der Zerwürfnisse innerhalb des Parteienspektrums auf absehbare Zeit zu klaren politischen Verhältnissen kommt.

Aus Sicht der Metzler Bank könnte ein politisches Vakuum in Griechenland für die Zahlungsfähigkeit des Landes verheerende Folgen haben. “Für weitere Verhandlungen mit der Troika würde es keinen legitimierten Ansprechpartner geben”, erläuterten die Analysten in einem Kommentar. Zugleich warnten sie: “Ein Zudrehen des Geldhahns würde Griechenland vollends ins Chaos stürzen.” Bis Juni verlangt die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank weitere Konsolidierungsmaßnahmen über 11,5 Milliarden Euro im Gegenzug für frisches Geld.

FINANZWERTE AUF DER VERLIERERSEITE

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Finanzwerte, die immer sehr sensibel auf Nachrichten rund um das Thema Schuldenkrise reagieren. Die Commerzbank und die Deutsche Bank gaben um 3,3 und 2,3 Prozent nach. Der europäische Bankenindex verlor 1,3 Prozent, der griechische 3,7 Prozent.

Auf der Gewinnerseite standen die Aktien der Deutschen Telekom, die sich um gut ein Prozent verteuerten. Börsianer werteten es positiv, dass der Konzern nach dem Tarifabschluss für die Konzernzentrale auch den Konflikt für 50.000 Beschäftigte im Deutschland-Geschäft beigelegt hat. Die Tarifangestellten der Telekom Deutschland und der Servicegesellschaften sollten während einer Laufzeit von zwei Jahren 6,5 Prozent mehr Geld bekommen. Das sei im Rahmen der Erwartungen, sagte ein Händler.

Im MDax setzten sich Gildemeister mit einem Plus von 2,9 Prozent an die Spitze des Nebenwerteindex. Die Experten des Bankhauses Close Brothers Seydler bezeichneten die Quartalsergebnisse als “sehr solide”. Der Auftragseingang habe deutlich über den Erwartungen gelegen. “Dies deutet auf eine starke Wachstumsdynamik hin.”

SCHRUMPFENDE GEWINNEN BELASTEN GEA

Unter Druck standen die Papiere des Anlagenbauers Gea, die sich im bis zu 4,9 Prozent verbilligten. Das Unternehmen kämpft im ersten Quartal nach Schwierigkeiten in einem neuen Geschäftsfeld mit schrumpfenden Gewinnen. DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald hält dennoch an seiner Kaufempfehlung für die Aktien fest. Der sehr starke Auftragseingang sei die Basis für weiteres Wachstum in den kommenden Quartalen, schrieb er in einer Kurzstudie. Der Auftragseingang stieg um 24,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

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