May 28, 2012 / 10:19 AM / 8 years ago

Griechenland und Spanien sorgen für Wechselbad an Märkten

Frankfurt (Reuters) - Spekulationen auf einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone haben am Pfingstmontag die europäischen Aktienmärkte und den Euro gestützt.

Die spanische Bankenkrise dämpfte aber jegliche Euphorie und sorgte am Rentenmarkt für einen Ausverkauf spanischer Staatsanleihen. Der Dax notierte am späten Vormittag mit 6380 Punkten zwar 0,6 Prozent höher. Doch hatte er zunächst noch bis zu 1,4 Prozent auf 6426 Punkte zugelegt. Auch der Euro konnte sich nicht über 1,26 Dollar behaupten und rutschte auf 1,2575 Dollar ab.

Den Anstieg von Dax und Euro führten Händler zunächst vor allem auf Umfragen aus Griechenland zurück, wonach die konservativen Befürworter der Sparpolitik bei den Neuwahlen in drei Wochen eine Mehrheit bekommen könnten. Für diesen Fall gilt ein Verbleib des Landes in der Euro-Zone als wahrscheinlicher als unter der bisher oppositionellen Linken, die gegen das Sparpaket ist. Ein Kurssturz der Aktien des spanischen Sparkassen-Konzerns Bankia verdarb den Anlegern die Feiertagslaune aber rasch wieder.

BANKIA-AKTIEN STÜRZEN UM ÜBER 29 PROZENT AB

Vor allem in Madrid ging es mit den Kursen nach unten. Der Standardwerte-Index verlor knapp ein Prozent. Bankia brachen um bis zu 29,3 Prozent auf 1,11 Euro ein und notierten am späten Vormittag noch 14 Prozent schwächer. “Man wusste zwar, dass Bankia noch Geld braucht - aber so viel war doch überraschend”, erklärte ein Händler. Bankia musste am Freitag den Staat um weitere 19 Milliarden Euro bitten, um zu überleben. Der von der Immobilienkrise schwer angeschlagene spanische Bankensektor gilt als Achillesferse der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone im Kampf gegen die Schuldenkrise.

Der EuroStoxx50 lag 0,4 Prozent höher. An der Börse in Mailand notierte der FTMib nahezu unverändert. In Athen zogen die Kurse im Schnitt um drei Prozent an, vor allem die Bankenwerte konnten etwas aufholen.

Insgesamt waren die Umsätze feiertagsbedingt moderat. Die Sorgen um Spanien machten einigen Bankenwerten zu schaffen. So fielen die Commerzbank-Aktien im Dax um 1,3 Prozent. Deutsche Bank und die französischen Banken hielten sich dagegen im Plus. Während in Paris und Frankfurt trotz des Feiertages gehandelt wurde, blieben unter anderem in Zürich und Wien die Börsen geschlossen. Am Nachmittag dürfte das Geschäft noch weiter ausdünnen, da auch in den USA - wegen des Memorial Day - kein Börsenhandel stattfindet.

Neben den Bankenwerten standen in Frankfurt nur noch die im TecDax notierten Solarwerte im Fokus. Dank des sonnigen Wetters haben die Solaranlagen in Deutschland in den vergangenen Tagen so viel Strom wie noch nie erzeugt. Das lockte einige Anleger in die Aktien der Bonner Solarworld, die fast neun Prozent auf 1,58 Euro zulegten. SMA Solar gewannen mehr als zwei Prozent auf 25,54 Euro. Auf den Verkaufslisten standen dagegen die althergebrachten Energieerzeuger RWE und E.ON, die je knapp ein Prozent einbüßten.

SPANIEN MIT HÖCHSTEM RISIKOAUFSCHLAG SEIT EURO-EINFÜHRUNG

Auf Talfahrt gingen an den Rentenmärkten allen voran die Staatsanleihen Spaniens. Die Titel brachen um über einen Basispunkte ein, was die Renditen auf über 6,5 Prozent in die Höhe schnellen ließ - am Freitag waren es noch 6,3 Prozent gewesen. Da zugleich die Renditen der entsprechenden deutschen Bundesanleihen nahe dem Rekordtief von unter 1,4 Prozent verharrten, stieg der Risikoaufschlag für die spanischen Papiere auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro.

Der als Angstbarometer geltende Bund-Future gab erst 34 Ticks auf 143,89 Punkte nach, holte dann aber rasch wieder auf und notierte am späten Vormittag nahezu unverändert.

Italiens Anleihen konnten sich dem Verkaufsdruck einigermaßen entziehen. Zwar gaben die Anleihen leicht nach. Doch hielten sich die Verluste mit 20 Ticks in Grenzen. Das Land nahm zudem über neue Anleihen 3,5 Milliarden Euro auf, musste dafür aber höhere Zinsen als zuletzt berappen.

Am Devisenmarkt warnten Händler, dass die Gewinne des Euro rasch wieder verpuffen könnten. Die Gemeinschaftswährung notierte zeitweise leicht über 1,26 Dollar und damit einen US-Cent höher als zuletzt am Freitagabend in New York. Doch führten Händler den Kursanstieg vor allem auf Deckungskäufe im Sog der Umfrageergebnisse aus Griechenland zurück. Fundamental bleibe der Euro angeschlagen. Am Freitag war er zeitweise unter 1,25 Dollar gerutscht und hatte damit so niedrig wie seit Juli 2010 nicht mehr notiert.

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