April 1, 2012 / 10:34 AM / 8 years ago

Euphorie verfliegt - Schuldenkrise ist zurück

Frankfurt (Reuters) - Nach der Krise ist vor der Krise: Hatten Aktieninvestoren ursprünglich gehofft, die griechische Umschuldung könnte den lang ersehnten Befreiungsschlag bringen, dominiert die Schuldenkrise doch schon wieder das Marktgeschehen.

Vor allem die Diskussionen um die Aufstockung der europäischen Rettungsgelder haben die Nervosität wieder deutlich erhöht. “Der Markt hat sich zuletzt zwar sehr gut entwickelt und ist fundamental auch immer noch gut gestützt; Anleger schauen aber wieder verstärkt auf die Risikofaktoren”, sagt Aktienstratege Matthias Thiel von MM Warburg. Eine Prognose für die Karwoche abzugeben, gleiche dem Blick in die Glaskugel.

Immerhin hat der Dax mit einem Plus von 17,8 Prozent das beste erste Quartal seit 14 Jahren hingelegt. In abgelaufenen Woche gab der Leitindex allerdings 0,7 Prozent nach und schloss bei 6946,8 Punkten.

DER RETTUNGSSCHIRM - EIN RETTUNGSBOOT, DAS SELBER SINKT?

Die beschlossene Ausweitung des Rettungsschirms wurde von Strategen skeptisch gesehen. Es erinnere “an ein Rettungsboot, das wegen Überbeanspruchung in dem Moment zu sinken droht, wo es genutzt wird”, heißt es in einem Kommentar von MM Warburg. “Eine derartige Konstruktion kann den Märkten gar kein Vertrauen zurückbringen; man kauft allenfalls ein wenig Zeit, bevor die nächste Vertrauenskrise mit Panikanfällen umso stärker zuschlägt.” Die Euro-Länder haben am Freitag vereinbart, dass die Brandmauer gegen eine Ausweitung der Euro-Krise auf insgesamt 800 Milliarden Euro erhöht werden soll.

Neben den Problemen vor der eigenen Haustür dürfte Experten zufolge auch der Konflikt des Westens mit dem Iran und der deshalb steigende Ölpreis den Markt belasten. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet inzwischen rund 123 Dollar und damit 15 Prozent mehr als zu Jahresbeginn; für Unternehmen ein immenser Kostenfaktor.

Die Industrie Chinas ist dank beständiger Nachfrage auch aus dem Ausland nach amtlichen Daten im März überraschend gewachsen. Der am Sonntag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex stieg auf ein Elf-Monats-Hoch von 53,1 Punkten nach 51,0 Zählern im Februar. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 50,5 Punkte gerechnet. Weitere Hinweise auf die chinesische Konjunkturentwicklung wird am Donnerstag der Index des Dienstleistungsbereichs geben.

US-ARBEITSMARKTBERICHT KOMMT IN EUROPA MIT VERSPÄTUNG AN

Besonderes Augenmerk liegt aber nach wie vor auf der US-Konjunktur. Notenbankchef Ben Bernanke hat in den vergangenen

Tagen gewarnt, die Rezessionsrisiken seien längst nicht überwunden. Von daher wird vor allem der monatliche Arbeitsmarktreport am Karfreitag interessant. Von Reuters befragte Analysten rechnen für März im Schnitt mit dem Aufbau von 201.000 Stellen, nach 227.000 neuen Jobs im Vormonat. Allerdings können europäische Investoren erst mit mehreren Tagen Verspätung auf diese Zahlen reagieren, weil die europäischen Börsen nicht nur am Karfreitag, sondern im Gegensatz zu den USA auch am Ostermontag geschlossen bleiben. Von daher werden die Anleger sicher die für Mittwoch angekündigten Zahlen des privaten Dienstleisters ADP genau unter die Lupe nehmen.

Aus Europa stehen die Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie (Montag) und den Dienstleistungssektor (Mittwoch) auf dem Terminplan. In beiden Fällen sagen Analysten stabile Ergebnisse voraus.

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