April 28, 2009 / 9:34 AM / 10 years ago

Deutsche Bank und Daimler ziehen Dax ins Minus

Frankfurt (Reuters) - Die Angst vor einer weltweiten Ausbreitung der Schweinegrippe und einem Fortdauern der Finanzkrise hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag tief ins Minus gedrückt.

Der Dax gab 2,5 Prozent auf 4576 Punkte nach. “Die Luft ist raus aus dem Markt”, sagte ein Händler. Seit Anfang März hatte der deutsche Leitindex rund 1000 Punkte zugelegt. Die Aktien der Deutschen Bank rutschten trotz eines überraschend hohen Gewinns im Auftaktquartal ab, was Börsianer auf Gewinnmitnahmen und Skepsis über die weitere Geschäftsentwicklung zurückführten. Verkauft wurden auch die Titel von Daimler, nachdem der Autobauer einen unerwartet hohen Quartalsverlust ausgewiesen hat.

Nachdem bereits am Vortag die Schweinegrippe Europa erreicht hatte, blieben viele Anleger verunsichert. “Die Erinnerung an den Ausbruch der Lungenkrankheit SARS in Asien ist noch lebendig. Das hat die dortigen Volkswirtschaften Milliarden gekostet”, sagte ein Börsianer.

Eingetrübt wurde die Stimmung zudem von einem Zeitungsbericht, wonach die US-Geldhäuser Bank of America und Citigroup eine Kapitalspritze benötigen könnten. In Frankfurt verloren die Aktien 6,5 beziehungsweise acht Prozent. “Das hat die Leute wieder aufgeschreckt”, sagte ein Händler. Der europäische Branchenindex büßte 3,8 Prozent ein.

Diesem Trend konnten sich auch die Aktien der Deutschen Bank nicht entziehen, die mit einem Minus von 6,5 Prozent schwächster Dax-Wert waren. “Wir denken nicht, dass die sehr starke Entwicklung des Anleihegeschäfts der Deutschen Bank sich in den kommenden Quartalen wiederholt”, erklärte LBBW-Analyst Olaf Kayser. Nach Einschätzung des Commerzbank-Experten Michael Dunst resultierte die überraschend gute Entwicklung im ersten Quartal vor allem aus dem Investmentbanking und dem Anleihegeschäft. Hingegen sei der Vorsteuergewinn in anderen Geschäftsfeldern hinter den Erwartungen geblieben. Börsianern zufolge waren die guten Zahlen - das Institut hatte mit einem Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro die Schätzungen der Analysten bei weitem übertroffen - im jüngsten Kursanstieg bereits enthalten.

DAIMLER ENTTÄUSCHT MIT HOHEM QUARTALSVERLUST UND AUSBLICK

Ein überraschend hoher Verlust von 1,29 Milliarden Euro im ersten Quartal setzten Daimler unter Druck. Die Aktie fiel um fünf Prozent. Zudem sei der Ausblick düsterer ausgefallen, als an der Börse erwartet worden war, sagte ein Händler. Da die Titel sich in den vergangenen Wochen recht gut entwickelt hätten, könnten einige Anleger zudem Gewinne mitnehmen.

Belastet von Quartalsverlusten der Konkurrenten Nippon Steel und U.S. Steel verloren die Aktien der deutschen Stahlkonzern Thyssenkrupp und Salzgitter 3,8 beziehungsweise fünf Prozent. Im MDax gaben die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co acht Prozent nach.

Bei den Technologiewerten im TecDax notierten die Aktien von Morphosys und IDS Scheer nach positiv aufgenommenen Quartalszahlen jeweils knapp drei Prozent im Plus.

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