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Wirtschaftsnachrichten

Allianz-Studie - Coronakrise verändert die Industrieversicherung

FILE PHOTO: Flags with the logo of Allianz SE, Europe's biggest insurer, are pictured before the company's annual shareholders' meeting in Munich, Germany May 3, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

München (Reuters) - Weniger Autounfälle, abgesagte Filmdrehs - und mehr Bereitschaft zu außergerichtlichen Vergleichen: Die Coronakrise trifft die Versicherer auf unterschiedliche Weise.

Die Allianz-Großkunden-Tochter AGCS hat in einer am Dienstag veröffentlichten Studie eine erste Bilanz gezogen, wie sich die Schäden in der Pandemie verändert haben. Insgesamt belasteten die Ausfälle von Festivals und Konzerten sowie Fernseh- und Filmproduktionen Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) mehr, als der Konzern im traditionellen Geschäft durch eine geringere Zahl von Arbeits- und Autounfällen durch den Trend zum Home Office einsparte. 450 Millionen Euro hatte die Allianz-Tochter dafür in der “Event-Sparte” schon im Sommer zurückgestellt.

Einige Entwicklungen aus der Corona-Zeit würden nicht mehr zurückgedreht, glaubt AGCS-Schadenvorstand Thomas Sepp. “Die weitreichenden Änderungen in Gesellschaft und Wirtschaft, die durch die Pandemie herbeigeführt und beschleunigt wurden, werden bisherige Schadentrends in der Industrieversicherung langfristig verändern.” Dazu gehörten weniger Flugreisen, die Neuausrichtung von Lieferketten, aber auch eine zunehmende Abhängigkeit von Technologie und steigende Cyber-Risiken infolge der Heimarbeit.

Ob die aktuellen Schadentrends von Dauer sind, hält AGCS für zweifelhaft. Klar sei nur, dass es in der Luftfahrt weniger Schäden gebe als im vergangenen Jahr, weil viele Flugzeuge am Boden stehen. “Dafür bekommen wir aber auch weniger Prämien”, gibt Schadenmanager Philipp Cremer zu bedenken. Und der Abbau von Stellen in der Branche könne später zu mehr Schäden führen, weil die Erfahrung der Mitarbeiter fehle. In den USA zeige sich, dass die Verschiebung von Gerichtsprozessen in der Pandemie die Bereitschaft zu Vergleichen vergrößert habe - zu Gunsten der Versicherer.

An ihrer harten Haltung in der Frage, ob die Versicherer für staatlich verordnete Produktionsstopps zur Eindämmung der Pandemie zahlen müssen, hält die Allianz-Industriesparte fest. Es sei unstrittig, dass Betriebsunterbrechungs-Versicherungen nur bei konkreten Sachschäden zahlten, sagte Cremer. Trotzdem versuchten Kunden in USA eine Deckung einzuklagen.

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