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Unternehmensnachrichten

Datenschutzbeschwerde gegen Apple wegen Online-Tracking

FILE PHOTO: The Apple logo is seen through a security fence erected around the Apple Fifth Avenue store as votes continue to be counted following the 2020 U.S. presidential election, in Manhattan, New York City, U.S., November 5, 2020. REUTERS/Andrew Kelly/File Photo

Berlin (Reuters) - Eine vom österreichischen Datenschutzaktivisten Max Schrems angeführte Gruppe hat gegen ein Online-Tracking-Verfahren von Apple Beschwerde im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eingereicht.

Die Funktion ermögliche es Apple und allen iPhone-Anwendungen Nutzer ohne deren Zustimmung zu verfolgen und Informationen über ihr Onlineverhalten auszuwerten, teilte die von Schrems gegründete Organisation noyb mit. Der auf dem Gerät gespeicherte Tracking-Code wird ausgewertet, um gezielt Werbung zu schalten. Die Beschwerden, die sich konkret gegen die Idfa (Identifier for Advertisers) genannte Funktion richten und im Auftrag von Verbrauchern erfolgen, sind in Deutschland - konkret beim Berliner Datenschutzbeauftragten - und Spanien eingelegt worden. Apple erklärte, die vorgebrachten Behauptungen seien sachlich inakkurat und dies würde der Konzern gern Datenschützern erläutern, sollten sie die Beschwerde prüfen.

“Wir sind der Meinung, dass dies ein klarer Verstoß gegen EU-Datenschutzgesetze ist”, sagte noyb-Jurist Stefano Rossetti. Es ist das erste große Verfahren gegen den US-Technologieriesen wegen Verstößen gegen die DSGVO. Beim Thema Datenschutz und dem Umfang mit persönlichen Informationen standen bisher eher US-Konzerne wie Google oder Facebook in der Kritik. Apple, dessen Kassenschlager seit Jahren das iPhone ist, betont stets, Datenschutz zähle zu den “Kernwerten” und wirbt auch regelmäßig damit. Nun erklärte der US-Konzern, weder Zugriff auf die Idfa-Daten zu nehmen noch sie in irgendeiner Form zu nutzen.

Ursprünglich wollte das Unternehmen noyb zufolge mit dem neuen Betriebssystem iOS 14 seinen Nutzern einen verbesserten Trackingschutz anbieten und vorab deren Zustimmung zur Weitergabe der Idfa-Daten einholen, bevor diese an Werbende weitergegeben werden. Diese Änderung wurde aber - auch nach heftiger Kritik von Facebook aus Sorge vor schrumpfenden Werbeeinnahmen - auf 2021 verschoben. Apple teilte nun mit, iOS 14 gebe iPhone-Besitzern eine größere Kontrolle darüber, ob Apps sie nachverfolgen können, indem sie ihre eigenen Informationen mit Daten von Dritten für Werbezwecke verknüpfen.

Rossetti ist der Meinung, dass das Online-Tracking auch nach den Änderungen gegen Datenschutz-Vorgaben verstößt. Er begründet dies damit, dass die anfängliche Speicherung der Idfa-Informationen und deren Nutzung durch Apple weiter ohne Zustimmung erfolgen. Es gehe noyb nicht um hohe Strafen, sondern darum: “Tracking muss die Ausnahme sein, nicht die Regel. Die Idfa sollte nicht nur eingeschränkt, sondern dauerhaft gelöscht werden.” Apple betonte, sich an die DSGVO-Richtlinien zu halten.

Nach einer Klage von Schrems hat erst kürzlich der Europäische Gerichtshof (EuGH) die von der EU und den USA 2016 geschlossene Datenschutzvereinbarung “Privacy Shield” gekippt, die es ermöglichte, personenbezogene Daten zur kommerziellen Nutzung in die USA zu übermitteln. Der Österreicher hat auch die Vorgängerregel “Safe Harbour” 2015 zu Fall gebracht.

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