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Inlandsnachrichten

Unionsfraktion öffnet sich für Frauenquote in Dax-Vorständen

Deputy chairman of the CDU/CSU parliamentary group Thorsten Frei reacts while on the sidelines of a meeting with the leadership of the conservative CDU/CSU parliamentary group, in Berlin, Germany September 2, 2020. Tobias Schwarz/Pool via REUTERS

Berlin (Reuters) - Auch in der Unions-Bundestagsfraktion wächst die Zustimmung für eine Ausweitung der Frauenquote in Dax-Vorständen.

Fraktionsvize Thorsten Frei sprach sich am Donnerstag ebenso für eine Reform aus wie seine Kollegin Nadine Schön. “Ich sehe den Vorstoß mit Sympathie. Bei den Vorständen ist, was die Beteiligung von Frauen angeht, noch deutlich Luft nach oben”, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. Die Koalitionsarbeitsgruppe “Frauen in Führungspositionen” solle nun “zeitnah” einen Vorschlag vorlegen. “Den Vorschlag von Ministerpräsident Söder finde ich gut. Dafür habe ich Sympathien, und wir sollten ihn umsetzen”, sagte auch Fraktionsvize Schön (CDU) zu einem Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder.

Dieser hatte ebenso wie CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt eine feste Frauenquote in Dax-Unternehmen vorgeschlagen. Auch Kanzlerin Angela Merkel unterstützt das Vorhaben. Dagegen sagte Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, dem Magazin “Wirtschaftswoche”: “Die Quote ist immer nur die zweitbeste Lösung. Ich hoffe, dass uns noch etwas Besseres einfällt.”

Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) will, dass der Vorstand eines börsennotierten und zugleich paritätisch mitbestimmten Unternehmens künftig mit wenigstens einer Frau besetzt werden soll, wenn er mehr als drei Mitglieder hat. Sie will zudem die seit 2015 vorgeschriebene 30-Prozent-Quote für Frauen in bestimmten Aufsichtsräten von bisher gut 100 auf rund 600 Unternehmen der Privatwirtschaft ausdehnen. Inkrafttreten sollen die neuen Vorschriften zum 1. Mai 2021.

Die CDU-Politikerin Schön kritisierte eine Gesetzesinitiative von Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) als nicht ausreichend. “Worüber wir auch sprechen müssen, ist der Frauenanteil in Führungspositionen in Bereichen, die der Bund direkt regeln kann. Zum Beispiel bei Körperschaften öffentlichen Rechts auf Bundesebene”, sagte sie. In den Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen arbeiteten viele Frauen. “Aber der Frauenanteil in den Vorständen liegt bei knapp 14 Prozent.” Der Referentenwurf blende das völlig aus. “Wir können aber nicht nur immer mit dem Finger auf die Privatwirtschaft zeigen und dort, wo der Bund selbst mitregulieren kann, alles beim Alten belassen”, kritisierte Schön.

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