July 9, 2019 / 10:12 AM / 2 months ago

Forscher - Umverteilung durch Arbeitslosenversicherung lässt nach

Autumn leaves are seen in front of a sign leading to a job centre of Germany's Federal Labour Office in Holzkirchen, near Munich, Germany November 8, 2017. REUTERS/Michael Dalder

Berlin (Reuters) - Die Arbeitslosenversicherung hat in den vergangenen Jahren einen Ausgleich zwischen wirtschaftlich starken und schwachen Regionen bewirkt, von dem vor allem ostdeutsche Länder profitiert haben.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vorgelegte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die regionale Umverteilung sei von einem starken West-Ost-Gefälle geprägt. In den ostdeutschen und in geringerem Ausmaß in den nördlichen Bundesländern lägen die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung meist unter den Ausgaben. In den süddeutschen Regionen mit geringerer Arbeitslosigkeit sei es umgekehrt. Mit dem bundesweiten Rückgang der Arbeitslosenzahlen habe die regionale Ausgleichswirkung nachgelassen.

Im gesamten Zeitraum von 2005 bis 2016 verbuchten alle ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin Defizite zwischen Einnahmen und Ausgaben der Arbeitslosenversicherung. Vor 2011 summierte sich das Minus der Studie zufolge auf durchschnittlich knapp 300 Euro pro Einwohner jährlich. Seither sei der Fehlbetrag pro Einwohner auf etwa 100 Euro gesunken. Nur in Mecklenburg-Vorpommern liege das Minus noch darüber.

Vor allem wirtschaftsschwache Regionen profitierten den Forschern zufolge über sehr lange Zeiträume von einem regionalen Einkommenstransfer über die Arbeitslosenversicherung. Eine Ausnahme bildeten die Krisenjahre 2009 und 2010, als zeitweise bis zu 1,5 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld erhielten. Davon profitierten insbesondere wirtschaftsstarke Regionen wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz, die von dem Konjunktureinbruch stärker betroffen waren. Baden-Württemberg allein habe 2009 bis 2011 mit knapp 2,4 Milliarden Euro ein Viertel des von der Bundesagentur für Arbeit ausgezahlten Kurzarbeitergeldes erhalten. Nach Mecklenburg-Vorpommern seien gut 100 Millionen Euro an Kurzarbeitergeld geflossen.

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