July 31, 2018 / 9:13 AM / 4 months ago

Sommerpause lässt Arbeitslosenzahl leicht steigen

Logos are seen on the building of the first Franco-German jobs center in Kehl February 26, 2013. French National Agency for Employment (Pole Emploi) and German Agentur fur Arbeit signed a cooperation agreement for the jobless in Strasbourg Ortenau cross-border region. REUTERS/Jean Marc Loos (GERMANY - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT POLITICS)

Nürnberg (Reuters) - - Die Sommerpause in vielen Betrieben und der Übergang Jugendlicher von der Schule in eine Ausbildung haben die Arbeitslosenzahl im Juli leicht steigen lassen.

Die Zunahme um rund 49.000 auf 2,325 Millionen Arbeitslose habe allein jahreszeitliche Gründe, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, am Dienstag in Nürnberg. “Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist sehr günstig, allerdings nicht mehr so schwungvoll.” Arbeitsminister Hubertus Heil warnte, Fachkräfteengpässe würden zunehmend ein Thema. Der SPD-Politiker warb daher dafür, den Finanz-Spielraum bei der BA nicht nur für eine Beitragssenkung, sondern auch für Qualifizierungen zu nutzen. Er forderte von der Union “baldige ernsthafte Gespräche in der Koalition” darüber. Unterstützung bekam Heil vom DGB.

Trotz des leichten Anstiegs gegenüber Juni verzeichnete die BA 193.000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Das ist die geringste Arbeitslosenzahl in einem Juli seit der Wiedervereinigung 1990. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,1 Prozent. Im Juli ist ein Anstieg üblich, weil sich viele Jugendliche nach der Schule oder nach einer Ausbildung vorübergehend arbeitslos melden. Auf das Quartalsende fallen zudem häufig Kündigungen, während Neueinstellungen auf das Urlaubsende verschoben werden.

BA WARNT VOR ZU STARKER SENKUNG DES BEITRAGSSATZES

BA-Chef Scheele warnte vor einer zu starken Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung im kommenden Jahr. Eine Verringerung um 0,6 Prozentpunkte “führt uns ins Minus”, sagte Scheele. Aus der Union war zuletzt eine Absenkung um bis zu 0,7 Punkte gefordert worden. Heil hatte angeboten, den Beitrag um 0,3 Punkte zu senken und eine weitere Verringerung um 0,1 Punkte per Rechtsverordnung zeitlich zu befristen. Der Arbeitsminister will den Spielraum bei der BA auch für die Förderung der Weiterqualifizierung von Beschäftigten nutzen. Für Kurzzeitbeschäftigte soll es zudem leichter werden, das reguläre Arbeitslosengeld I zu erhalten.

Die Union will dies bisher nicht mittragen. Sie pocht auf eine möglichst starke Senkung, damit die Sozialbeiträge trotz einer Anhebung des Pflegebeitragssatzes um voraussichtlich 0,5 Prozentpunkte in der Summe nicht steigen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützte dagegen Heils Ansatz. Ein “Überbietungswettbewerb bei der Beitragssenkung ist kurzsichtig und kontraproduktiv”, erklärte der DGB.

FAST 750.000 BESCHÄFTIGTE MEHR ALS VOR EINEM JAHR

Unter Herausrechnung der Saison-Einflüsse ging die Arbeitslosigkeit nach BA-Berechnungen um 6000 Erwerbslose zurück. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten im Durchschnitt eine Abnahme um 10.000 erwartet.

Erwerbstätigkeit und Beschäftigung legen weiter zu. Fast 45 Millionen Menschen gehen laut Statistischem Bundesamt einer Erwerbstätigkeit nach. Davon waren nach Hochrechnungen der BA im Mai 32,88 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das seien 746.000 mehr gewesen als vor einem Jahr. Bei der BA sind zudem über 800.000 offene Stellen gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen unter anderem auch Menschen in Förderprogrammen der BA mitzählt, sank im Jahresvergleich um 242.000 auf 3,258 Millionen.

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