December 15, 2007 / 10:04 AM / 11 years ago

Lehrstellen: Regierung plant neue Anreize für Betriebe

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung plant die Einführung eines Ausbildungsbonusses für schwer vermittelbare Jugendliche.

Arbeitsminister Olaf Scholz kündigte in der “Welt am Sonntag” an, denjenigen Firmen einen finanziellen Anreiz zu geben, die besonders schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Lehrstelle anbieten. “Wir wollen einen Ausbildungsbonus für zusätzliche Lehrstellen einführen, der gezahlt wird, wenn Bewerber, die schon lange vergeblich nach einem Ausbildungsplatz suchen und maximal einen Realschulabschluss haben, eingestellt werden”, sagte der SPD-Politiker. Der Bonus solle etwa die Hälfte der Ausbildungsvergütung betragen und an die Betriebe gezahlt werden.

Die Koalition hatte im Sommer eine Qualifizierungsoffensive beschlossen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Hilfen für junge Menschen bilden darin einen Schwerpunkt. Das Kabinett soll die Programme in der kommenden Woche beschließen.

“Wir haben im Großen und Ganzen keinen Fachkräftemangel, den wir nicht mit den in Deutschland lebenden Menschen beheben könnten”, betonte Scholz. In einzelnen Branchen fehle es an qualifizierten Akademikern. “Aber da können wir passgenau reagieren”, sagte Scholz. “Angesichts der vielen Arbeitslosen und derjenigen, die vergeblich eine Lehrstelle suchen, wäre es aber absurd, im großen Stil im Ausland nach Fachkräften zu suchen.”

Neben dem Ausbildungspakt zwischen Regierung und Wirtschaft solle das Bonusprogramm neue Impulse geben. Scholz rechnet damit, dass mit dem Ausbildungsbonus rund 90.000 Altbewerber zusätzlich innerhalb der kommenden drei Ausbildungsjahre eine Lehrstelle erhalten. “Fast die Hälfte aller, die einen Ausbildungsplatz suchen, sind Altbewerber”, sagte der SPD-Politiker. Kritik aus der Wirtschaft, viele Schulabgänger seien nicht mehr ausbildungsfähig, nannte Scholz verzerrt. Man habe sich schon derart daran gewöhnt, dass viele Auszubildende erwachsen seien und sehr oft das Abitur hätten, “so dass andere Bewerber heute oft nur geringe Chancen bekommen”, kritisierte Scholz.

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