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Inlandsnachrichten

Erwerbstätigkeit fällt so kräftig wie nie seit Wiedervereinigung

Autumn leaves are seen in front of a sign leading to a job centre of Germany's Federal Labour Office in Holzkirchen, near Munich, Germany November 8, 2017. REUTERS/Michael Dalder

Berlin (Reuters) - Die Virus-Krise drückt die Beschäftigung in so rasantem Tempo wie noch nie in den vergangenen 30 Jahren.

Im zweiten Vierteljahr gingen nur 44,7 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland einem Job nach, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Erwerbstätigenzahl sank im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 618.000 Personen oder 1,4 Prozent “und damit so stark wie noch nie seit der deutschen Vereinigung”. Normalerweise steige die Erwerbstätigkeit im zweiten Quartal jedes Jahres aufgrund der üblichen Frühjahrsbelebung stark an, erklärten die Statistiker. “Im Zuge der Corona-Pandemie seit der zweiten Märzhälfte ist in diesem Jahr jedoch statt eines Anstiegs ein außergewöhnlich großer Rückgang zu verzeichnen.”

Binnen Jahresfrist sank die Zahl der Erwerbstätigen zwischen April und Juni um 1,3 Prozent (574.000 Personen). Die zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffenen Maßnahmen sorgen laut Amt für mehr Unsicherheit bei der Schätzung der Daten. Die massiv gestiegene Kurzarbeit wirke sich dabei aber nicht auf die Erwerbstätigenzahlen aus, da Kurzarbeiter zu den Erwerbstätigen zählten und nicht zu den Erwerbslosen.

Insgesamt waren die Dienstleister am stärksten vom Rückgang der absoluten Erwerbstätigenzahl betroffen (minus 369 000 Personen oder 1,1 Prozent). Die größten Beschäftigungsverluste verzeichneten der Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit minus 272.000 Personen oder 2,7 Prozent sowie die Unternehmensdienstleister (minus 156.000 Personen oder 2,5 Prozent), zu denen auch Arbeitsvermittler gehören. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern setzte sich der bereits bestehende Abwärtstrend fort (minus 10.000 Personen oder 0,9 Prozent).

Beschäftigungsgewinne gab es hingegen im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit plus 141.000 Personen (plus 1,3 Prozent), sowie im Bereich Information und Kommunikation (plus 18.000 oder 1,3 Prozent). Im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) setzte sich der Rückgang der Erwerbstätigen zum Vorjahr verstärkt fort (minus 182.000 oder 2,2 Prozent). Am Bau stieg die Zahl der Beschäftigten jedoch um 11.000 Personen (plus 0,4 Prozent). In der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei gab es ein Minus von 34.000 Personen (minus 5,3 Prozent). Die Zahl der Selbstständigen samt mithelfender Familienangehöriger sank um 140.000 (minus 3,4 Prozent) auf 4,02 Millionen.

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