March 31, 2020 / 8:09 AM / 3 months ago

Arbeitslosenzahl sinkt ohne Virus-Effekt auf 2,3 Millionen

The logo German National Agency for Employment (Agentur fur Arbeit) is seen at the joint German-French job center office in Kehl, Germany, on the French-German border near Strasbourg, November 13, 2014. The center, the first of its kind, joining French and German Employment Agencies, was inaugurated in February 2013 and is due to facilitate the search for jobs for German and French unemployed persons in both countries. REUTERS/Vincent Kessler (GERMANY - Tags: POLITICS BUSINESS EMPLOYMENT)

Berlin (Reuters) - Der Einbruch der Wirtschaft als Folge des Coronavirus schlägt sich in den deutschen Arbeitsmarktzahlen noch nicht nieder.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte im März 2,335 Millionen Arbeitslose. Das seien 60.000 weniger als im Februar, aber 34.000 mehr als vor einem Jahr, teilte die Behörde am Dienstag in Nürnberg mit. Die Arbeitsmarktdaten wurden aber am 12. März erfasst. Sie können die Verschärfung der Virus-Krise mit den Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens daher noch nicht widerspiegeln. “Es ist zu erwarten, dass der Arbeitsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie in den kommenden Monaten stark unter Spannungen geraten wird”, schreibt die BA.

Erste Hinweise auf die Belastungen liefert die Kurzarbeit, mit der Unternehmen in der Krise Produktionsstillstände, Auftragsausfälle und Geschäftsschließungen überbrücken. Nach einer ersten Erhebung hatte die BA vor zehn Tagen mitgeteilt, dass rund 76.700 Betriebe Kurzarbeit angekündigt hätten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und BA-Chef Detlef Scheele wollen am Nachmittag in Berlin neue Zahlen vorlegen, die deutlich gestiegen sein dürften. Wie viele Arbeitsplätze dies betrifft, lässt sich laut BA nicht sagen.

Die Bundesregierung geht von einer drastischen Zunahme der Kurzarbeit aus, da neben großen Industriebetrieben auch andere Branchen und viele kleine Geschäfte betroffen sind. Das Arbeitsministerium erwartet bis zu 2,15 Millionen Beschäftigte, die wegen der Virus-Krise von der Zwangspause betroffen sein könnten. In den Krisenjahren 2008/2009 gab es bis zu 1,4 Millionen Kurzarbeiter.

ARBEITSLOSENZAHLEN SINKEN SAISONBEDINGT

Die BA verweist in ihrem Monatsbericht darauf, dass ab Mitte März das öffentliche Leben in Deutschland immer weiter zum Stillstand gekommen sei: “Dies hinterlässt deutliche Spuren in allen Bereichen der Wirtschaft.” In den Arbeitsmarktzahlen werde das aber noch nicht abgebildet. Die Arbeitslosenquote sei leicht gesunken auf 5,1 Prozent. Im März ist ein Rückgang üblich, weil in den Außenberufen mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung in der Regel die Beschäftigung steigt. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen nahm die Erwerbslosigkeit saisonbereinigt laut BA um 1000 auf 2,267 Millionen zu.

Erwerbstätigkeit und sozialabgabenpflichtige Beschäftigung legten laut BA mit geringeren Zuwächsen als im vorigen Jahr zu. Das Statistische Bundesamt bezifferte die Erwerbstätigenzahl im Inland für Februar auf 45,1 Millionen und damit 218.000 mehr als vor einem Jahr. Im Januar waren davon nach Hochrechnungen der BA 33,6 Millionen sozialabgabenpflichtig beschäftigt, rund 447.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach Arbeitskräften lässt indes weiter nach. Im März waren bei der BA 691.000 freie Stellen gemeldet, 106.000 weniger als vor einem Jahr.

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