September 29, 2017 / 11:14 AM / 3 months ago

Arbeitslosenzahl auf niedrigstem Stand seit 1991

Nürnberg (Reuters) - Der Arbeitsmarkt in Deutschland geht mit der geringsten Arbeitslosenzahl seit mehr als 26 Jahren in den Herbst.

FILE PHOTO: The entrance of the Jobcenter in Eichstaett August 29 2013. Eichstaett is Germany's city with the lowest unempolyment rate. Picture taken August 29. REUTERS/Michael Dalder/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD PACKAGE Ð SEARCH BUSINESS WEEK AHEAD MARCH 13 FOR ALL IMAGES

Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren nach Angaben vom Freitag 2,449 Millionen Erwerbslose registriert. Noch weniger hatte es zuletzt im Juni 1991 gegeben. “Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter sehr positiv”, sagte BA-Chef Detlef Scheele. “Der Schub kommt von relativ konjunkturunabhängigen Branchen.” Er verwies auf das Sozial- und Gesundheitswesen, aber auch auf Handel, Verkehr und Logistik. “Auch wenn wir weiter nach vorne schauen, sieht es ausgesprochen gut aus”, unterstrich Scheele.

Die übliche Herbstbelebung nach dem Ferienende setzte stärker ein als in den Vorjahren. Der saisonbereinigte Rückgang der Arbeitslosigkeit um 23.000 fiel daher deutlich höher aus als von Volkswirten erwartet. Bei der BA waren im September 96.000 Arbeitslose weniger registriert als im August und 159.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent zurück. Auch die Unterbeschäftigung, die zusätzlich auch Personen in Förderprogrammen und erkrankte Arbeitslose mitzählt, ging auf rund 3,4 Millionen zurück.

DGB FORDERT “BEHERZTE INITIATIVE” FÜR LANGZEITARBEITSLOSE

Von der neuen Bundesregierung erhofft sich Scheele mehr Geld für die Hartz-IV-Jobcenter: “Es wäre schön, wenn der seit 2013 eingefrorene Haushalt des SGB II bedarfsgerecht angepasst würde, so dass wir bei dem Bereich Langzeitarbeitslose ein bisschen mehr tun können.” Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte eine “beherzte politische Initiative, die Langzeitarbeitslosen eine Perspektive eröffnet”. Notwendig seien mehr Weiterbildungsangebote und öffentlich geförderte Arbeitsplätze.

Die Linken-Politikerin Sabine Zimmermann warf der Regierung vor, sie hinterlasse “den Arbeitsmarkt in krasser Schieflage, mit Millionen Menschen, die in prekären Verhältnissen leben müssen”. Sie forderte einen “öffentlich geförderten Beschäftigungssektor und eine sanktionsfreie Mindestsicherung”.

Die BA rechnet auch für 2018 mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. Dieser werde sich aber verlangsamen, da sich mehr Flüchtlinge nach Abschluss von Sprachkursen arbeitslos meldeten, sagte Scheele unter Verweis auf die Herbstprognose des BA-Forschungsinstituts IAB. Der CDU-Politiker Karl Schiewerling erklärte, auch bei den zugewanderten Menschen mache sich der Beschäftigungszuwachs bemerkbar. Es seien 54 Prozent mehr Flüchtlinge in Beschäftigung als noch vor einem Jahr.

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