September 28, 2018 / 7:56 AM / 3 months ago

Herbstbelebung drückt Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

The logo German National Agency for Employment (Agentur fur Arbeit) is seen at the joint German-French job center office in Kehl, Germany, on the French-German border near Strasbourg, November 13, 2014. The center, the first of its kind, joining French and German Employment Agencies, was inaugurated in February 2013 and is due to facilitate the search for jobs for German and French unemployed persons in both countries. REUTERS/Vincent Kessler (GERMANY - Tags: POLITICS BUSINESS EMPLOYMENT)

Berlin (Reuters) - Die Herbstbelebung nach dem Ferienende drückt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Sie sank im September auf 2,256 Millionen - das sind 192.000 weniger als ein Jahr zuvor und 94.000 weniger als im Vormonat. Die Quote ging auf 5,0 von 5,2 Prozent zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte. “Die einsetzende Herbstbelebung am Arbeitsmarkt fiel recht kräftig aus”, sagte deren Chef Detlef Scheele. Es gebe mehr sozialversicherungspflichtige Jobs. “Die Beschäftigung nimmt weiter zu”, betonte Scheele. “Dieses Plus ist umfassend, es zeigt sich in allen Bundesländern, in fast allen Branchen, bei Teilzeit ebenso wie bei Vollzeit.”

Im September fällt die Arbeitslosigkeit in der Regel kräftig, da Unternehmen nach der Ferienzeit verstärkt neu einstellen und viele junge Leute nach Abschluss von Schule oder Ausbildung einen Job beginnen. Werden solche saisonalen Schwankungen ausgeklammert, sank die Arbeitslosigkeit um 23.000 zum Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier lediglich mit einem Minus von 9000 gerechnet. Die gute Konjunktur bringt auch mehr Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot. “Wir haben endlich im September die 800.000er-Marke geknackt”, sagte Scheele dazu. 789.000 Menschen waren ein Jahr oder länger ohne Job. “Bemerkenswert ist insbesondere, dass der Beschäftigungsaufschwung zu mehr als der Hälfte auf Menschen mit einer anderen Staatsangehörigkeit zurückgeht”, betonte der BA-Chef. Dazu würden zunehmend Flüchtlinge beitragen.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sagen in ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung einen anhaltenden Rückgang der Arbeitslosigkeit voraus. Bis 2020 soll die Zahl bei durchschnittlich 2,1 Millionen liegen. Grund ist der Konjunkturaufschwung. “Gleichzeitig haben Unternehmen offenbar zunehmend Probleme, genügend Arbeitskräfte für ihre Produktion zu finden”, erklärten die Ökonomen. Das schätzen Banken-Volkswirte ähnlich ein. “Das größte Risiko für den weiteren Aufschwung am Arbeitsmarkt ist momentan der zunehmende Fachkräftemangel”, sagte etwa KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Deutlich höher ist die Arbeitslosigkeit, wenn etwa Personen in Beschäftigungsmaßnahmen oder in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitgezählt werden. Diese sogenannte Unterbeschäftigung lag im September bei 3,17 Millionen. Das waren 235.000 weniger als ein Jahr zuvor.

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