March 13, 2011 / 2:20 PM / 8 years ago

AKW-Betreiber prüfen nach Unglück in Japan Konsequenzen

General view of the nuclear power plant at Biblis near Frankfurt July 14, 2009. REUTERS/Johannes Eisele

Frankfurt (Reuters) - Die Betreiber der Atomkraftwerke in Deutschland wollen Folgerungen aus der Reaktorkatastrophe in Japan ziehen.

“Sobald wir die nötigen Fakten aus Japan erhalten, werden die Betreiber prüfen, welche Konsequenzen sie aus den Vorgängen in Japan ziehen können”, sagte der Generalbevollmächtigte des Betreiberverbands Atomforum, Dieter Marx, am Sonntag zu Reuters. Ein Unglück wie in dem Kraftwerk im japanischen Fukushima könne sich in Deutschland so jedoch nicht ereignen. “Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar.”

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Samstag gefordert, Lehren aus der Reaktor-Katastrophe in Japan zu ziehen und auch die Sicherheitsanforderungen in Deutschland zu überprüfen. Sie wisse zwar um die Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke, sagte Merkel. Nach einem derartigen Vorfall in einem hoch technisierten Land wie Japan könne man aber auch in Deutschland nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Deutschlands größter Versorger RWE wies Forderungen zurück, nach der vermuteten Kernschmelze in dem rund 40 Jahre alten Reaktor in Japan die beschlossene Laufzeitverlängerung für hiesige AKW zu überdenken. “Alter ist kein Maßstab für die Sicherheit einer Anlage - entweder ein Atomkraftwerk erfüllt die Sicherheitsanforderungen oder nicht”, sagte RWE-Power-Vorstand Gerd Jäger der “Welt am Sonntag”. “Nach allem, was wir bislang wissen, gibt es noch keine Erkenntnisse, denen zufolge wir unsere eigenen Sicherheitsvorkehrungen infrage stellen müssten.” Auch in manchen Regionen in Deutschland könne es Erdbeben geben, allerdings nicht in dem Ausmaß wie in Japan. Dieses Risiko sei bei der Auswahl der Standorte und beim Bau der Atomkraftwerke berücksichtigt worden, erklärte Jäger. “Dennoch gibt es natürlich wie in allen Lebensbereichen ein Restrisiko.”

AKW-BETREIBER WEHREN SICH GEGEN ATOMDEBATTE

Mit Sorge blicken die AKW-Betreiber auf die nach der Katastrophe in Japan wieder voll entbrannte Atomdebatte. “Eine politische Diskussion in Deutschland um die Zukunft der Kernkraft hilft weder den Menschen in Japan, noch kann sie aufgrund der noch ungesicherten Fakten jetzt technisch fundiert geführt werden”, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Sein RWE-Kollege Jäger sekundierte: “Die dramatischen Bilder aus Japan sollten nicht dazu führen, dass wir in Deutschland massiv Ängste schüren.”

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