July 7, 2020 / 11:14 AM / a month ago

Deutscher Atomfonds übersteht Corona-Krise bislang glimpflich

Wads of 100 euro banknotes are stacked in a pile at the Money Service Austria company's headquarters in Vienna, Austria, March 3, 2016. REUTERS/Leonhard Foeger

Berlin (Reuters) - Der milliardenschwere deutsche Atomfonds hat die Corona-Krise bislang glimpflich überstanden.

Der Fonds weise im Vergleich zum Jahresanfang ein Minus von 0,3 Prozent aus, sagte Fonds-Chefin Anja Mikus am Dienstag. “Das war eine echte Feuerprobe.” Im Abschwung an den Märkten hat allerdings geholfen, dass der Staatsfonds über 40 Prozent seiner Mittel noch nicht investiert hat und in bar hält. Seit der Auflage vor drei Jahren hat sich das investierte Vermögen um 4,1 Prozent pro Jahr verzinst. “Ich bin bei aller gebotenen Vorsicht sehr zufrieden mit diesem Ergebnis”, sagte Mikus. 2019 konnte der Fonds insgesamt gut neun Millionen Euro erwirtschaften. Er war damit ein Jahr früher als geplant im Plus, das 2020 gesteigert werden soll. Auch dem Atomfonds machen die Strafzinsen von 0,5 Prozent auf die Barmittel zu schaffen.

Der Atomfonds startete vor gut drei Jahren mit über 24 Milliarden Euro. Diese stammten aus Zahlungen der Atomkraft-Betreiber, die sich damit von den langfristigen Entsorgungslasten und Endlagerkosten für den Müll freikauften. Diese sollen nun aus dem Fonds-Vermögen gezahlt werden, das Mikus und ihr Team vermehren sollen. Aufgrund der großen Summe kann das Geld nicht auf einen Schlag an den Finanzmärkten investiert werden. Bis Ende des Jahres sollen es aber rund zwei Drittel sein, bis Ende 2021 praktisch die gesamte Summe.

In diesem Jahr soll der Fonds trotz der Coronavirus-Krise einen Gewinn von 100 bis 125 Millionen Euro abwerfen. Der Fonds setzt sich bei seinen Anlagen Klima- und Nachhaltigkeitsstandards. “Wir sind der erste Staatsfonds, der sich weltweit zur Klimaneutralität bekannt hat”, sagte Mikus.

Abgeflossen sind aus dem Fonds bis Ende 2019 über 800 Millionen Euro, die etwa für die Sanierung des maroden Atommüll-Endlagers Asse bei Braunschweig mit seinem schwach und mittelradioaktiven Abfall benötigt wurden. Der größte Teil wird aber für die Zwischenlagerung des Mülls verwandt, ein weiterer Teil für die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Auch 2020 werden dafür über 700 Millionen Euro aus dem Fondsvermögen gebraucht.

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