January 6, 2020 / 3:02 PM / 6 months ago

SUV-Boom schiebt deutschen Automarkt an

A Mercedes-Benz GLB 220d 4MATIC SUV is displayed at the 2019 Frankfurt Motor Show (IAA) in Frankfurt, Germany, September 13, 2019. REUTERS/Ralph Orlowski

Hamburg (Reuters) - Eine höhere Nachfrage nach klimaschonenden Antrieben und der Boom bei Stadtgeländewagen hat der Autobranche ein Rekordjahr beschert.

Die Zahl der neu zugelassenen Pkw kletterte im abgelaufenen Jahr um fünf Prozent auf 3,6 Millionen Fahrzeuge, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt am Montag mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Allein im Dezember sprang der Absatz gar um rund 20 Prozent auf 283.400 Pkw zu. Branchenexperten vermuten dahinter Rabattaktionen, mit denen die Hersteller ihre Jahresbilanz aufpoliert haben, bevor mit den schärferen CO2-Grenzwerten vom neuen Jahr an eine Durststrecke droht. Die deutlichsten Zuwächse verbuchten SUV mit 21 Prozent und Geländewagen mit plus 20,3 Prozent.

“Der deutsche Pkw-Markt lief 2019 außerordentlich stark und erreichte, ohne Berücksichtigung des Umweltprämienjahres 2009, das höchste Niveau seit 20 Jahren”, erklärte der Importeursverband VDIK. Für 2020 rechnet Verbandschef Reinhard Zirpel mit rund 3,35 Millionen Neuzulassungen.

Besonders stark stieg die Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Deren Anteil am Gesamtmarkt erhöhte sich laut VDIK von fünf Prozent auf neun Prozent. 134.000 Fahrzeuge mit Elektro-, Hybrid- oder Gas-Antrieb seien 2019 mehr zugelassen worden als 2018. Damit gehe der Zuwachs bei den Gesamtzulassungen von rund 170.000 Einheiten im vergangenen Jahr zu mehr als drei Vierteln auf das Konto von Autos mit klimaschonenderen Antrieben.

ANTEIL AN REINEN E-AUTOS NOCH NIEDRIG

Dabei blieb der Anteil reiner Elektroautos jedoch weiter marginal: Ganze 1,8 (Vorjahr 1,0) Prozent der Neuzulassungen hatten nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes einen Batterieantrieb. Auf immerhin 6,6 Prozent kamen Hybrid-Fahrzeuge, die einen herkömmlichen Verbrenner mit einem Elektromotor kombinieren.

Fast alle deutschen Marken verbuchten ein Verkaufsplus. Lediglich bei der Peugeot-Tochter Opel (minus fünf Prozent) und der BMW-Tochter Mini (minus 0,9 Prozent) schrumpfte der Absatz. Prozentual am stärksten steigerte sich der US-Elektroautobauer Tesla (460 Prozent), allerdings waren die Stückzahlen mit knapp 11.000 noch vergleichsweise gering. Marktführer Volkswagen schlug fast 670.000 Wagen von seiner Hauptmarke VW (plus 3,7 Prozent) los, überwiegend allerdings Verbrenner.

Bereits in den vorangegangenen Monaten waren die Neuzulassungen kräftig gestiegen. Das lag zum einen an besonders niedrigen Verkäufen im Vorjahr. Damals hatten große Hersteller wie Volkswagen nach der Umstellung auf die neue Abgaszertifizierung WLTP noch nicht ausreichend Fahrzeuge mit dem neuen Prüfsiegel im Angebot. Experten vermuten, dass einige Hersteller große Fahrzeuge wie SUV auch im Dezember mit Preisabschlägen verkauft haben, damit diese Wagen im neuen Jahr ihre CO2-Bilanz nicht belasten. Denn von 2020 an gelten in der EU schärfere Grenzwerte für klimaschädliches Kohlendioxid. Wer die Vorgaben verfehlt, muss hohe Strafen zahlen.

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