April 10, 2018 / 9:23 AM / 5 months ago

Altmaier nimmt sich die deutschen Autobauer zur Brust

Berlin (Reuters) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die deutschen Autobauer aufgefordert, die Endlos-Debatte über die Autoantriebe der Zukunft zu beenden und endlich zu entscheiden.

German Economic Minister Peter Altmaier delivers a statement regarding the Trump Administration's steel and aluminum tariffs outside of the White House in Washington, U.S., March 19, 2018. REUTERS/ Leah Millis

Geschehe das nicht, könne Deutschland den Anspruch, als Technologieführer auch die Autos der Zukunft zu bauen, nicht einlösen, warnte der Minister auf einem Mobilitätskongress des “Tagesspiegel” am Dienstag in Berlin. Bislang fehle den deutschen Autobauern eine gemeinsame Vision. Dabei gelte: “Wir müssen nicht diskutieren, wir müssen entscheiden”. Dann könne die Industrie auch mit weiteren und womöglich wachsenden Fördermitteln rechnen, etwa für eine Batteriezellen-Produktion, die Europa benötige.

Altmaier gestand ein, dass Deutschland zum Beispiel beim Thema Elektromobilität nicht so weit gekommen sei, wie man sich das ursprünglich vorgestellt habe. Er beklagte auch, dass mit der staatlichen Förderprämie für den Kauf von Elektro-Autos nicht der erhoffte Erfolg beim Verbraucher erzielt wurde. Ein Grund dafür sei gewesen, dass attraktive E-Auto-Modelle fehlten. Auch das Thema Stickoxid-Belastung in vielen Städten habe man lange unterschätzt, räumte der neue Wirtschaftsminister ein.

MOBILITÄT DER ZUKUNFT MUSS UMWELTGERECHT UND EINFACH SEIN

Grundsätzlich wird die Mobilität der Zukunft nach seinen Worten individuell, umweltgerecht, digital und vernetzt sein. Mit welcher Technologie man diesen Weg geht, will der Minister nicht im Vornherein bestimmen. Aber entscheiden müsse man sich. “Wir werden in der Zukunft anstelle des Verbrennungsmotors nicht fünf, sechs, sieben, acht alternative Antriebe haben, die sich flächendeckend durchsetzen, sondern vielleicht zwei oder drei”, äußerte er. Zudem werde es für längere Zeit eine Koexistenz von “sauberen Verbrennungsmotoren” und alternativen Antrieben geben. Klar müsse aber sein, wohin die Reise gehe.

Neben Elektromotoren gibt es derzeit verschiedene Varianten von Hybridantrieben auf dem Markt, bei dem der Verbrennungsmotor mit einem Akku kombiniert wird. Hinzu kommen Erdgas und synthetische Kraftstoffe als Antriebsmittel sowie die Brennstoffzelle, bei der aus Sauerstoff und Wasserstoff Strom erzeugt wird. Die Verbreitung der einzelnen Technologien steht und fällt allerdings mit dem Netz an Tank- oder Ladestellen, die zur Verfügung stehen.

Altmaier unterstrich, dass aus seiner Sicht nicht die Politik sondern Industrie und Kunden die Entscheidung über die Antriebstechnologie der Zukunft treffen müssten. Dabei sollte die zur Verfügung stehenden staatlichen Fördergelder womöglich erhöht werden. “Wir brauchen nicht nur Wünsche nach Geld, sondern, wir brauchen Aussagen, was wird wann geschehen”, forderte Altmaier aber. Ob die schwarz-rote Regierungskoalition bereits bei ihrer ersten Klausur im brandenburgischen Meseberg, die am Dienstag beginnt, Entscheidungen zu diesem Thema trifft, ließ Altmaier offen. Zurückhaltend blieb er auch beim Streitthema einer technischen Nachrüstung von schmutzigen Diesel-Fahrzeugen. Hierzu hatte das Magazin “Der Spiegel” von Überlegungen für einen Fonds berichtet, der mit fünf Milliarden Euro seitens der Autobauer und auch mit staatlichen Mittel bestückt werden soll. Dazu wollte sich Altmaier nicht äußern. Er sei schließlich nicht Verkehrsminister, und in dessen Kompetenz liege das Thema.

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