December 4, 2008 / 4:27 PM / 11 years ago

Deutsche Autobauer planen deutliche Lohnkürzungen

Frankfurt (Reuters) - Die Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie müssen sich auf deutliche Lohneinbußen einstellen.

Neben einer Verlängerung der Produktionspausen über Weihnachten denken die Hersteller nun auch über Kurzarbeit und geringere Arbeitszeiten nach, um angesichts der einbrechenden Nachfrage nicht auf Halde zu produzieren. Pläne für einen größeren Stellenabbau wie in den USA gebe es bisher allerdings nicht, sagte ein IG Metall-Sprecher am Donnerstag.

Dort sehen sich die drei großen amerikanische Autohersteller GM, Ford und Chrysler zu harten Einschnitten gezwungen, um zu überleben. Allein GM will binnen vier Jahren fast ein Drittel der 96.000 Stellen in den USA streichen.

Die deutsche Tochter Opel will indes die Produktion der unter anderem in Bochum und Eisenach gebauten Modelle Astra und Corsa zurückfahren und verhandelt darüber bereits mit dem Betriebsrat. Dieser sieht auf die Beschäftigten im Bochumer Astra-Werk dadurch Gehaltseinbußen von 15 Prozent zukommen. “Im Gespräch sind entweder der Wegfall der Nachtschicht in Bochum, 70 Tage Kurzarbeit im kommenden Jahr oder eine Reduktion der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden ohne Lohnausgleich”, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel der “Rheinischen Post” (Donnerstagausgabe). Die Verhandlungen mit dem Management würden voraussichtlich erst im kommenden Jahr abgeschlossen, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem “Handelsblatt” (Freitagausgabe). “Weder in Deutschland noch in Europa sind wir soweit, dass wir noch im laufenden Jahr zu Resultaten kommen werden.”

Neben Opel denken auch Daimler und zahlreiche Autozulieferer über Kurzarbeit nach. Continental reagiert auf die Drosselung der Produktion bereits an einigen Standorten mit Kurzarbeit von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. Bei Conti-Großaktionär Schaeffler drohen ebenfalls einschneidende Maßnahmen. Bosch schickt wegen der Absatzflaute 3500 Beschäftigte in Bamberg für sechs Monate in Kurzarbeit. Weitere Zulieferer führen laut IG Metall derzeit Gespräche darüber.

Sollten sich die Unternehmen zu diesem Schritt entschließen, erhalten die Beschäftigten für die ausgefallene Arbeitszeit nur 60 bis 67 Prozent ihres regulären Gehalts. Für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit bleiben die Löhne unverändert.

Auch vor europäischen Konkurrenten macht die Absatzkrise nicht Halt. Ford will seine skandinavische Tochter Volvo für sechs Milliarden Dollar verkaufen, während GM laut über eine Trennung von Saab nachdenkt. Die Opel-Schwester sucht nach externen Geldquellen, um Investitionen in wichtige Entwicklungsprojekte aufrecht zu erhalten, sagte ein Saab-Sprecher. Im Gespräch ist einem Zeitungsbericht zufolge eine Beteiligung von Zulieferern oder anderen Unternehmen aus der Branche an Saab. Im Gegenzug dafür sollen sie dem Autobauer eine Geldspritze geben. Auch ein gänzlicher Verkauf des Unternehmens steht lauf Firmenchef Jan-Ake Jonsson zur Diskussion. Dies sei jedoch nicht die bevorzugte Alternative. Saab wolle sich vielmehr als eigenständiges Unternehmen von GM in Nordamerika unabhängiger machen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below