March 7, 2019 / 10:32 AM / 14 days ago

Springer nimmt 2019 Gewinnflaute in Kauf - Aktie bricht ein

The logo of the German publisher Axel Springer is seen outside its headquarters in Berlin August 7, 2013. REUTERS/Thomas Peter/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD PACKAGE - SEARCH 'BUSINESS WEEK AHEAD 31 OCT' FOR ALL IMAGES

Berlin (Reuters) - Der Medien- und Technologiekonzern Axel Springer nimmt für die weitere Digitalisierung stagnierende Gewinne in Kauf und verprellt damit Investoren.

“Im Jahr 2019 wollen wir in Wachstum investieren, um eine langfristige Wertsteigerung zu sichern”, kündigte Unternehmenschef Mathias Döpfner am Donnerstag an. Dafür wollen die Berliner einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag vor allem in Marketing, Technik und Produkte stecken. Beim operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) will der Konzern 2019 das Vorjahresergebnis von 738 Millionen Euro erreichen.

Die Analysten von J.P.Morgan sprachen von einem schwachen Ausblick. “Wir sehen in den nächsten zwölf Monaten keinen Treiber.” An der Börse rauschten die Springer-Aktien um fast neun Prozent in die Tiefe und waren mit Abstand die größten Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Bereits in den vergangenen zwölf Monaten hatten die Papiere gut 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin verteidigte Döpfner die angekündigten Ausgaben. “So ist das an der Börse, dass es dann eben hier manchmal kurzfristigere Perspektiven gibt, während wir die mittel- und langfristigen im Vordergrund sehen müssen”, betonte Döpfner. “Wir wollen und müssen hier investieren.” Im Blick habe man das digitale Geschäft mit Job-, Immobilien- und Autoportalen als Rückgrat des Unternehmens. Dieser Bereich war erneut größter Wachstumstreiber und schaffte als einzige Sparte ein Umsatzplus. Die konzernweiten Erlöse des Herausgebers von “Bild” und “Welt” kletterten um 4,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. “Es war das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte von Axel Springer”, sagte Döpfner.

Er sieht den Konzern auf dem Weg zu einem “reinen Digitalunternehmen”. Das digitale Geschäft steuere bereits 71 Prozent zum Umsatz bei und 84 Prozent zum Gewinn. Hier sei man weiter als jeder andere traditionelle Verlag, betonte Döpfner. “Aber was die Entwicklung der Geschäftsmodelle angeht, stehen wir erst ganz am Anfang.” Interesse an Zeitungen der DuMont-Gruppe habe Springer “definitiv” nicht, sagte Döpfner. Der Medienkonzern lotet derzeit den Verkauf von Regionalzeitungen (“Berliner Zeitung”, “Kölner Stadt-Anzeiger”) aus.

EWIGER DÖPFNER? - “ICH DENKE ÜBERHAUPT NICHT ANS AUFHÖREN”

Vielmehr gab Döpfner die klare Marschroute vor: “In Zukunft konzentrieren wir uns voll auf unsere beiden Standbeine, die Segmente Classifieds Media einerseits und News Media andererseits.” Dies betrifft die Internetportale und die Geschäftsmodelle, die durch zahlende Leser oder Werbung finanziert werden. Dazu gehören neben der “Bild”- und “Welt”-Gruppe auch als Hoffungsträger das Wirtschafts- und Finanznachrichtenportal Business Insider und die Nachrichtenplattform Upday. Während Upday 2019 erstmals schwarze Zahlen schreiben soll, werde man Gewinne bei der Insider-Gruppe in künftiges Wachstum reinvestieren. Im Fokus der Investitionen stehe auch das erfolgreiche Jobportal Stepstone.

Der seit Anfang 2002 amtierende Döpfner hat noch einen Vertrag bis 2021 und signalisierte, dass er womöglich noch darüber hinaus Vorstandschef bleiben wolle. “Mir macht das Höllenspaß. Ich denke überhaupt nicht ans Aufhören.”

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