May 14, 2020 / 6:46 AM / 17 days ago

Forscher - Homeoffice lässt Büromarkt nicht einbrechen

Holger Frohnmeyer is working from home during the spread of coronavirus disease (COVID-19) in Berlin, Germany, March 19, 2020. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Forscher erwarten trotz zunehmender Arbeit im Homeoffice im Zuge der Coronavirus-Pandemie keinen Einbruch am deutschen Markt für Büroimmobilien.

“Das heißt nicht, dass die Unternehmen sofort Bürofläche aufgeben werden”, sagte Sven Carstensen vom Marktforscher Bulwiengesa am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. “Homeoffice wird eine größere Rolle spielen, das wird aber nicht zu einem extremen Nachfrageeinbruch am Büromarkt führen.” Entscheidend für die Entwicklung sei vielmehr die Konjunktur. “Stellen die Unternehmen ein oder entlassen sie? Danach richtet sich die Nachfrage nach Büroflächen”, sagte Carstensen.

Viele Unternehmen wollen auch nach der Krise das Arbeiten von Zuhause zulassen oder erleichtern - der Kurznachrichtendienst Twitter erlaubt seinen Beschäftigten die Heimarbeit sogar “für immer”. “Die Frage ist, ob jeder Mitarbeiter Homeoffice kann und will”, sagte Carstensen. “Wir werden flexiblere Regelungen sehen – aber nicht, dass alle nur noch von zuhause aus arbeiten.”

Die Bulwiengesa AG, auf deren Daten etwa die Bundesbank zurückgreift, rechnet in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mit einem deutlichen Einbruch bei der Vermietung von Büroflächen. “Unternehmen überlegen, ob sie geplante Umzugsentscheidungen nicht besser verschieben”, betonte Carstensen. “In wirtschaftlich unsicheren Zeiten investiert man nicht gerne. Es wird deshalb kein gutes Jahr werden für den Büroflächenmarkt, insbesondere was die Vermietungen angeht.” Auch dürften Projekte zurückgestellt werden.

“KOMMEN AUS DER VOLLVERMIETUNG”

Da sich die Zahl der Beschäftigten wegen der Corona-Krise nicht so dynamisch entwickeln werde wir ursprünglich gedacht, werde es auch zu mehr Leerstand kommen. Das aber könne der Markt verkraften. “Wir kommen aus der Vollvermietung”, sagte Carstensen. In Berlin etwa liege der Leerstand gerade einmal bei 1,3 Prozent der Fläche. “Ein hohes Leerstandsniveau ist nicht zu erwarten”, sagte der Experte.

Kurzarbeit und geltende Tarifverträge werden den Marktforschern zufolge verhindern, dass es bei der Zahl der Bürobeschäftigten während der Corona-Krise zu einem Einbruch kommt. “Es wird eher eine Stagnation geben, trotz einer wirtschaftlichen Talfahrt mit einem sinkenden Bruttoinlandsprodukt von fünf bis sechs Prozent”, sagte Carstensen. “Im Jahresschnitt wird es nicht zu einem Beschäftigteneinbruch kommen im Bürobereich.”

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