November 26, 2019 / 10:17 AM / 11 days ago

Branchenkreise - Regierungsbeamter wird neuer Bahn-Finanzchef

A locomotive engine of German railway Deutsche Bahn is seen at the main train station in Frankfurt, Germany, March 27, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Der Regierungsbeamte Levin Holle soll Branchenkreisen zufolge künftig für die Finanzen der Deutschen Bahn verantwortlich sein.

Verkehrsminister Andreas Scheuer wolle den Leiter Finanzmarktpolitik aus dem Finanzministerium als Nachfolger von Alexander Doll einsetzen, sagten mit der Personalie Vertraute am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Holle ist bereits Mitglied des Aufsichtsrats des Staatskonzerns. In Kreisen des Gremiums hieß es, Holle sei aber nicht Favorit von Bahnvorstand Richard Lutz und Infrastrukturchef Ronald Pofalla gewesen. Lutz habe interne Kandidaten und möglichst eine Frau bevorzugt. Die Bahn wollte sich nicht zu der Personalie äußern.

Holle ist im Finanzministerium für das Schuldenmanagement des Bundes und die Finanzmarktregulierung einschließlich der Aufsicht über Banken zuständig. Die Personalie könnte den Kreisen zufolge bereits bei der Aufsichtsratssitzung am 11. Dezember beschlossen werden. Vorgänger Alexander Doll hatte nach einem Zerwürfnis im Vorstand den Staatskonzern verlassen.

HOLLE MUSS LÜCKE DURCH GESTOPPTEN ARRIVA-VERKAUF SCHLIESSEN

Holle kann auf der einen Seite auf soviel staatliche finanzielle Unterstützung zählen wie noch nie in der Geschichte der Bahn AG. Unter anderem soll der Konzern eine jährliche Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro bis 2030 bekommen. Auf der anderen Seite ist das Unternehmen mit über 20 Milliarden Euro verschuldet und kann die nötigen Investitionen nicht aus eigener Kraft bezahlen.

Trotz der staatlichen Finanzspritzen sollte daher eigentlich die internationale Nahverkehrstochter Arriva verkauft werden. Die erhofften Erlöse von über drei Milliarden Euro sind aber offenbar nicht zu erzielen, so dass das Projekt vorerst auf Eis liegt. Ex-Finanzvorstand Doll musste auch gehen, weil ihm vorgeworfen wurde, über die Risiken beim Verkauf nicht ausreichend informiert zu haben.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below