March 11, 2019 / 10:35 AM / 2 months ago

Noch mehr Vespätungen - Güterbahn immer tiefer in der Krise

A warning sign is seen in front of empty railway tracks during rail workers' strike across the country due to pay dispute with Deutsche Bahn at the train station in Hanau, Germany, December 10, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die Probleme der Deutschen Bahn im Güterverkehr wachsen trotz aller Versprechungen einer Besserung weiter.

Mehr als jeder vierte Güterzug hatte im vergangenen Jahr eine Verspätung von mehr als 15 Minuten, wie aus Konzernunterlagen hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlagen. Die Pünktlichkeitsquote von DB Cargo lag mit 72,7 Prozent noch unter den Werten von 2017. Die Planung hatte eigentlich vorgesehen, dass mehr als drei Viertel aller Züge rechtzeitig ankommen sollten. “Qualität in 2018 geprägt von angespannter Ressourcenlage bei operativen Personalen”, heißt es im Bahn-Jargon mit Blick auf fehlende Mitarbeiter. Obwohl die Pünktlichkeitsvorgabe für dieses Jahr auf 75 Prozent gesenkt wurde, konnte auch die in den ersten Wochen 2019 nicht erreicht werden. Die Bahn äußerte sich zunächst nicht zu den Zahlen.

Die Probleme spiegeln sich in den Unterlagen auch in weiteren Kennzahlen: So standen 2018 täglich im Schnitt über 80 Züge auf Güterbahnhöfen, die eigentlich zu den Kunden fahren sollten. Im Oktober, der Hochsaison des Güterverkehrs, waren es im Schnitt täglich fast 150 Züge.

Obwohl DB Cargo wieder auf Wachstumskurs zurückkehren und wieder mehr Züge fahren und Tonnen transportieren wollte, wurden diese Pläne zu Beginn des Jahres weit verfehlt: Statt wie geplant fast 16.000 Zügen fuhren in den ersten sieben Wochen nicht einmal 15.000. Dabei ist die Nachfrage hoch. Jede Woche lehnte die Bahn im Schnitt Aufträge für rund 90 Güterzüge ab, weil sie nicht in der Lage war, diese zu fahren. Im vergangenen Jahr wurden durchschnittlich sogar deutlich über 100 Sonderzüge abgelehnt, in manchen Wochen sogar 180.

Dies trifft die deutsche Wirtschaft hart. Als im vergangenen Jahr der Rhein wegen Niedrigwasser kaum schiffbar war, konnte die Bahn nicht einspringen. Auch wegen der Klimaziele und im Zuge des geplanten Klimaschutzgesetzes setzt die Bundesregierung eigentlich stark auf den Staatskonzern. Er soll zumindest das Wachstum des LKW-Verkehrs bremsen. Wegen der Dauer-Krise hat der einstige Fast-Monopolist bei den Güterbahnen inzwischen fast die Hälfte seiner Marktanteile verloren. 50 Prozent des Schienengüterverkehrs wird inzwischen von Konkurrenten der DB Cargo gefahren.

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