January 15, 2019 / 10:11 AM / a year ago

Druck auf Bahn-Chef Lutz wächst nach Krisentreffen

- PHOTO TAKEN 06DEC05 - A night view shows the logo atop the headquarters of the of German rail operator Deutsche Bahn at Potsdamer Platz and the Reichstag (R), the seat of the German lower house of parliament Bundestag in Berlin December 6, 2005. [It was the worst of times last month for Berlin when Hamburg revealed it had spent five months secretely negotiating with German railways to lure away their corporate headquarters and up to 2,000 jobs to the northern port city]. Picture taken December 6, 2005.

Berlin (Reuters) - Die Unzufriedenheit in der Bundesregierung mit der Deutschen Bahn ist nach einem Krisentreffen mit dem Vorstand noch gewachsen.

Man werde sich am Donnerstag noch einmal in gleicher Runde treffen, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer nach dem Gespräch mit Bahnchef Richard Lutz am Dienstag in Berlin. Es sei konstruktiv und konzentriert geredet worden. Deutlicher wurde Scheuers parlamentarischer Staatssekretär und Bahn-Beauftragter Enak Ferlemann: “Dass man sich in zwei Tagen wieder trifft, sagt doch vieles.” Das Gespräch sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. “Das hat einfach nicht gereicht.” Andere Teilnehmer hätten das ebenso gesehen. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol verlangte einen verlässlichen Fahrplan zur Behebung der Probleme: “Dazu will ich in den nächsten Tagen noch verbindlichere Aussagen hören.”

An dem Treffen hatten auch Abgeordnete der Koalitionsparteien teilgenommen, ebenso Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und Finanzvorstand Alexander Doll. Scheuer verlangt im ersten Halbjahr klare Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Servicequalität. Im vergangenen Jahr war jeder vierte Fernzug der Bahn verspätet. Das Ziel von 82 Prozent pünktlicher Züge soll nach der bisherigen Planung des Konzerns erst 2025 erreicht werden. “Es wurden ein paar Maßnahmen angedeutet, wie man das System zuverlässiger fahren kann”, sagte Ferlemann. Dies sei aber zu vage gewesen.

VERKAUF VON ARRIVA NOCH NICHT DISKUTIERT

Über den von Bahnchef Lutz nach Angaben aus Unternehmenskreisen geplanten Verkauf der internationalen Nahverkehrstochter Arriva sei noch nicht konkret gesprochen worden, sagte Scheuer. Er sei in der Frage nicht festgelegt. “Wir werden nicht ein sehr interessantes Unternehmen leichtfertig in den Markt geben”, fügte er hinzu. Die Bahn muss eine Finanzierungslücke von mindestens vier Milliarden Euro bis 2023 stopfen. Ein Verkauf ist in Regierung und Bahn-Aufsichtsrat jedoch umstritten. Angesichts des Brexits ist zudem der Wert von Arriva offen, das seinen Sitz in Großbritannien hat und einen großen Teil des Geschäfts dort betreibt.

Offen ist, ob vier Milliarden Euro zusätzlich etwa aus dem Verkauf von Arriva oder einer noch höheren Verschuldung für das operative Geschäft überhaupt reichen. Scheuer rechnete vor, dass allein die jüngsten Tarifabschlüsse die Bahn mit 1,2 Milliarden Euro zusätzlich belasteten.

Dazu verlangt die Bahn bis 2023 zusätzlich sieben Milliarden Euro mehr für die Instandhaltung des Schienennetzes, so dass sich der Gesamtbedarf aus Sicht der Bahn auf mindestens elf Milliarden Euro beläuft.

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