March 28, 2019 / 10:18 AM / 3 months ago

Bahn-Gewinn schrumpft weiter - Investitionen in Pünktlichkeit

The logo of German railway Deutsche Bahn is seen in a watch at the main train station in Frankfurt, Germany, March 27, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die Deutsche Bahn rechnet nach einem Krisenjahr 2018 angesichts nötiger Investitionen in Pünktlichkeit, Personal und Fahrzeuge mit einem weiter sinkenden Gewinn.

In diesem Jahr werde der Betriebsgewinn auf gut 1,9 Milliarden Euro zurückgehen, teilte der Staatskonzern am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin mit. Der Umsatz soll dagegen leicht auf über 45 Milliarden Euro zulegen. Bahnchef Richard Lutz wies daraufhin, dass trotz aller Probleme mit der Qualität der Verkehr auf der Schiene zulege. Dies verursache aber “Wachstumsschmerzen”, etwa auf dem Schienennetz. Man arbeite daran, pünktlicher zu werden, nachdem 2018 mehr als jeder vierte Fernzug verspätet war. “Den einen Hebel, den man umlegt, und schon wird die Bahn besser, den gibt es aber leider nicht.”

Im vergangenen Jahr erreichte der Konzern nach einem scharfen Sparkurs mit einem generellen Ausgabenstopp das mehrfach gekürzte Gewinnziel von 2,1 Milliarden Euro knapp. Der Umsatz stieg dagegen unter anderem wegen des Fernverkehrs um drei Prozent auf gut 44 Milliarden Euro.. Die Passagierrekorde im Fernverkehr werden allerdings mit zahlreichen Sonderangeboten erkauft. Mit erstmals über 150 Millionen Passagieren in IC und ICE rechnet die Bahn nun.

Gut lief auch die internationale Spedition Schenker sowie das Geschäft mit dem Schienennetz, das auch von der Nachfrage von Konkurrenzbahnen profitierte. Dagegen blieb die Güterbahn in der Krise und verdoppelte den Verlust auf fast 200 Millionen Euro, obwohl die Nachfrage der Wirtschaft auch hier hoch war. Bahnchef Lutz verwies unter anderem auf das Schienennetz, das immer stärker belastet werde. “Die Kapazität wird das zentrale Thema in den nächsten Jahren bleiben”, sagte Lutz. In den kommenden Jahren will der Bund jeweils eine Milliarde mehr als bisher in die Sanierung des Netzes investieren.

GEWINN REICHT NICHT FÜR DIVIDENDE AN DEN BUND

Die eigenen Investitionen in Fahrzeuge oder in Personal - die Bahn will jährlich über 20.000 Mitarbeiter einstellen - kann sie nicht aus eigener Kraft stemmen. Nach Abzug von Steuern und Zinszahlungen auf die fast 20 Milliarden Euro Schulden blieb der Bahn 2018 nur noch ein Nettogewinn von 542 Millionen Euro. Das reicht nicht einmal, um die Dividende von 650 Millionen Euro an den Bund zu zahlen. Da dem Unternehmen allein in diesem Jahr 2,2 Milliarden Euro unter anderem für die Investitionen in höhere Pünktlichkeit fehlen, bereitet die Bahn den Verkauf oder einen Börsengang der internationalen Nahverkehrstochter Arriva vor.

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