March 29, 2018 / 7:55 AM / 4 months ago

BaFin - Abwicklungspläne für Großbanken stehen bis Ende des Jahres

Frankfurt (Reuters) - Alle deutschen Banken sollen nach dem Willen der Finanzaufsicht BaFin bis spätestens Ende 2020 über einen Plan für eine geordnete Abwicklung im Krisenfall verfügen.

The logo of Germany's Federal Financial Supervisory Authority BaFin (Bundesanstalt fuer Finanzdienstleistungsaufsicht) is pictured outside the former finance ministry building in Bonn, Germany, Germany, April 5, 2016. REUTERS/Wolfgang Rattay

Bei großen Häusern wie der Deutschen Bank sei der Zeitrahmen deutlich enger, sagte der für die Abwicklung von Geldhäusern zuständige BaFin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch der Börsen-Zeitung (Donnerstagausgabe). “Ziel ist es, zusammen mit dem Single Resolution Board Ende dieses Jahres für nahezu alle signifikanten Banken einen Abwicklungsplan erstellt zu haben.”

Das Single Resolution Board ist die Abwicklungsbehörde der EU in Brüssel. Sie wird von der ehemaligen BaFin-Chefin Elke König geleitet und ist dafür zuständig, Abwicklungspläne für die größten, international bedeutenden Institute zu erstellen und diese dann im Notfall auch anzuwenden. Sie tut dies zusammen mit den jeweiligen nationalen Behörden.

Pötzsch machte deutlich, dass die deutschen Aufseher eine klare Unterscheidung zwischen großen Banken und den vielen kleinen Instituten, vor allem den Genossenschaftsbanken und Sparkassen, machen. Zwar werde von jeder der rund 1500 Banken ein Abwicklungsplan erwartet, jedoch dürften bei weniger komplexen Geldhäusern bereits einige wenige Daten reichen, die an die BaFin gemeldet werden müssen.

Dies gelte nicht zuletzt für jene Institute, die für das gesamte Finanzsystem selbst in einer Krise nicht gefährlich werden können. “In der Tat können Sie davon ausgehen, dass Pläne für kleine Banken häufig sehr kurz gefasst sind und darstellen, dass eine Abwicklung nicht in Betracht kommt”, sagte Pötzsch.

Dass Banken für den Fall ihres Scheiterns überhaupt Pläne mit den Aufsehern abstimmen müssen, ist eine Folge der Finanzkrise, als beispielsweise im Zuge der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers klar wurde, wie rasant sich ein solcher Zusammenbruch auf andere Banken auswirken und wie ein Flächenbrand das gesamte Finanzsystem bedrohen kann. Politik und Aufsicht hatten danach beschlossen, dass alle Institute für den Krisenfall “Testamente” vorhalten müssen.

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