September 5, 2013 / 9:29 AM / 6 years ago

Deutsche Banken kämpfen gemeinsam gegen EU-Einlagensicherung

The skyline of Frankfurt with its characteristic bank towers is pictured early morning, August 28, 2013. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS CITYSPACE) - RTX12YO7

Frankfurt (Reuters) - Die deutschen Banken rücken beim Kampf gegen eine einheitliche europäische Einlagensicherung enger zusammen.

Die Deutsche Bank, die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken sprachen sich auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt gegen Pläne aus, einen europaweiten Haftungsverbund einzuführen. “Gegen eine solche Umverteilung werden wir uns entscheidend wehren”, sagte Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbaken (BVR), am Donnerstag. Die deutschen Bankkunden seien ebenfalls gegen eine solche Regelung - das sei bei den Volks- und Raiffeisenbanken nicht anders als bei der Deutschen Bank.

Auch Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain hat erkennen lassen, dass er auf absehbare Zeit nicht mit einer einheitlichen europäischen Einlagensicherung rechnet: “Ich bin kein Anhänger einer gemeinsamen Sicherung für Bankeinlagen und Verbindlichkeiten, so lange die Voraussetzungen fehlen.” Er äußerte sich damit deutlich zurückhaltender als sein Kollege Jürgen Fitschen, der die Einlagensicherung als das “Endziel” einer Bankenunion bezeichnet hatte.

Aus Sicht von EZB-Direktor Jörg Asmussen hat die Schaffung einer einheitlichen europäischen Bankenaufsicht und Bankenabwicklung Priorität, eine gemeinsame Einlagensicherung sei “weniger dringlich”. Denn das geplante Abwicklungsregime werde dazu führen, dass Sparer viel seltener entschädigt werden müssten als bisher, nationale Sicherungssysteme müssten “nur in absoluten Extremfällen überhaupt einspringen”. EZB-Präsident Mario Draghi hatte einer gemeinsamen Einlagensicherung bereits im vergangenen Jahr eine Absage erteilt.

Auch die Bundesregierung hat sich dagegen ausgesprochen, dass deutsche Spargelder zur Rettung ausländischer Banken herangezogen werden. BVR-Chef Fröhlich ist deshalb zuversichtlich, dass es dazu am Ende nicht kommen wird, will angesichts der “Wankelmütigkeit der Politik” aber wachsam bleiben: “Länder, die über schwächere Banksektoren und Bonitäten verfügen als Deutschland, werden aus Eigeninteresse immer wieder versuchen, mit kreativen Ideen eine Vergemeinschaftung im Rahmen der Bankenunion anzustreben.”

Die genossenschaftlichen Banken in Deutschland, darunter auch die Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank, würden im laufenden Jahr trotz regulatorischer Herausforderungen und niedriger Zinsen ein gutes Ergebnis erzielen, sagte Fröhlich. Es werde allerdings vermutlich etwas unter dem “außergewöhnlichen guten Ergebnis” des Vorjahres liegen, als die Banken vor Steuern zusammen 9,3 Milliarden Euro verdienten. “Damit waren wir 2012 die ertragsstärkste Bankengruppe Deutschlands”, sagte Fröhlich.

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