for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Unternehmensnachrichten

Banken warnen vor Corona-Belastungen und fordern Erleichterungen

The skyline with its financial district is photographed during sunset as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Frankfurt, Germany, October 11, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die deutschen Privatbanken warnen vor weiteren Belastungen durch die Corona-Krise und fordern zusätzliche Erleichterungen für die Branche.

“Die zweite Corona-Welle hat uns schneller eingeholt, als viele noch vor einigen Wochen gedacht haben”, sagte Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), am Montag. Der Teil-Lockdown werde natürlich Konsequenzen für die wirtschaftliche Erholung haben, doch sei den Banken stets klar gewesen, dass Rückschläge möglich sind. “Deswegen sehen wir den kommenden Wochen zwar alles andere als entspannt entgegen. Aber wir sehen auch keinen Anlass für übertriebene Sorgen oder gar Panik.” Die Institute seien auf steigende Kreditausfälle im kommenden Jahr vorbereitet. “Entscheidend wird auch das erste Quartal nächsten Jahres”. Die Frage sei, wie stark uns die Pandemie zum Jahresbeginn noch treffen werde und ob weitere Lockdowns nötig seien.

Um die Kreditvergabe an Firmen und Haushalte am Laufen zu halten, forderte Peters weitere Zugeständnisse der Bankenaufseher. “Die Erträge der Institute stehen in Zeiten zu erwartender Kreditausfälle und niedriger Zinsmargen mehr denn je unter Druck. Ich bin daher überzeugt, dass noch weitere Erleichterungen sinnvoll und notwendig sind”, sagte er und trat für eine Senkung der Bankenabgabe ein. Sie solle nicht mehr von der Höhe der gedeckten Einlagen abhängig sein, die in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen sind. Vielmehr solle die Zielgröße des europäischen Fonds, mit dem im Fall des Falles die Kosten für eine Bankenrettung getragen werden sollen, bei 55 Milliarden Euro statt der sich abzeichnenden rund 70 Milliarden liegen, verlangte Peters. “Dadurch stünden den europäischen Banken zusätzliche Mittel in Höhe von 15 Milliarden Euro zur Verfügung.”

Die Bankenaufseher sind den Banken bereits im Frühjahr mit einer Reihe von Erleichterungen entgegen gekommen, damit diese die Kreditschleusen offen halten. So wurden etwa die Kapitalvorgaben gesenkt. Neben Corona-bedingten Lockerungen forderte Peters von der Politik, Investitionen in eine klimaneutrale Wirtschaft zu fördern. “Die Eigenkapitalanforderungen bei nachhaltigen Krediten sollten pauschal gesenkt werden”, verlangte er.

PETERS: SEWING SOLL IM APRIL NEUER VERBANDSPRÄSIDENT WERDEN

Nach dem überraschenden Rücktritt von Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte Peters das Amt als BdB-Präsident im Sommer wieder übernommen. Er werde den Posten im April an Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing übergeben. “Zwischen Christian Sewing und mir ist fest vereinbart, dass er das im April übernimmt. Das hat er heute in der Vorstandssitzung noch einmal untermauert”, sagte Peters. Sewing war schon im Sommer der Wunschkandidat des Verbandes als neuer BdB-Präsident, doch hatte er zunächst abgewunken. Er sei schon sehr, sehr beschäftigt und verspüre wenig Lust, noch mehr zu machen, hatte Sewing im Juli gesagt.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up