October 24, 2019 / 5:19 AM / 18 days ago

Gewinneinbruch bei BASF - Schwache Konjunktur belastet

A logo is seen on the facade of the BASF plant and former Ciba production site in Schweizerhalle near Basel July 7, 2009. REUTERS/Christian Hartmann/File Photo

Frankfurt (Reuters) - BASF kämpft wegen der mauen Weltkonjunktur mit niedrigeren Preisen und einer schleppenden Nachfrage der Kunden.

Im dritten Quartal fiel der bereinigte operative Gewinn (Ebit) um fast ein Viertel auf 1,1 Milliarden Euro, wie der Chemiekonzern am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente BASF 911 Millionen Euro nach 1,2 Milliarden vor Jahresfrist. “Besonders der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet unser Geschäft. Hinzu kommen die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit”, sagte Vorstandschef Martin Brudermüller. Außerdem sank die Produktion in der Autoindustrie - die größte Kundengruppe von BASF

Der BASF-Chef bekräftigte die im Sommer gesenkte Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach rechnet er weiter mit einem Rückgang des bereinigten operativen Gewinns um bis zu 30 Prozent. Beim Umsatz erwartet er einen leichten Rückgang. BASF war ursprünglich in diesem Jahr von einer leichten Erholung der Autoindustrie, einer Entspannung des Handelskonflikts zwischen den USA und China und einem Brexit ohne größere Verwerfungen ausgegangen. Doch es kam anders. Die Hängepartie um den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hält immer noch an, auch haben sich die Handelskonflikte nicht entschärft.

Im dritten Quartal setzten BASF vor allem deutlich niedrigere Preise bei den Kunststoffvorprodukten TDI und MDI zu. Belastend wirkten sich zudem geplante Wartungsabstellungen der petrochemischen Großanlagen (Steamcracker) und rückläufige Margen bei Crackerprodukten aus. Rund lief es dagegen etwa im Geschäft mit Katalysatoren. Zudem erholte sich das Agrargeschäft dank eines guten Saisonstarts in Südamerika wieder, das in der ersten Jahreshälfte noch unter den Überschwemmungen in den Farmstaaten im Mittleren Westen der USA gelitten hatte.

Die Chemiebranche gilt als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte praktisch in allen großen Industriezweigen benötigt werden. Der Branchenverband VCI senkte wegen der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten bereits mehrmals seine Prognose für dieses Jahr. “An den ungünstigen Rahmenbedingungen können wir nichts ändern”, sagte Brudermüller. BASF arbeite deshalb mit Hochdruck weiter an seinem Konzernumbau, der auch den Abbau von weltweit 6000 Stellen vorsieht. Bis Ende September wurden rund 1800 Positionen gestrichen. Sein Sparprogramm hat BASF beschleunigt und erwartet daraus in diesem Jahr erste positive Beiträge zum Betriebsgewinn (Ebitda) von rund 500 Millionen Euro. Dem stünden jedoch auch Einmalkosten der beschleunigten Umsetzung in ähnlicher Größenordnung entgegen.

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