May 12, 2018 / 2:18 PM / 10 days ago

Sattes Lohnplus für Baubeschäftigte nach erfolgreicher Schlichtung

Berlin (Reuters) - Den rund 800.000 Beschäftigten der Baubranche winkt ein deutliches Plus in der Lohntüte.

Construction workers are pictured while working at a construction area in Munich downtown July 15, 2013. REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY - Tags: BUSINESS CONSTRUCTION)

Nach einem zähen Tarifstreit erzielten Arbeitgeber und Gewerkschaft unter Führung des Schlichters Wolfgang Clement einen Kompromiss. Beide Seiten gaben das Ergebnis nach 19-stündigen Verhandlungen am Samstag bekannt. Die Branchenverbände HDB und ZDB sowie die IG BAU haben nun 14 Tage Zeit, um dem Vorschlag zuzustimmen.

Er sieht vor, dass die Beschäftigten in Westdeutschland rückwirkend ab 1. Mai über eine Laufzeit von 26 Monaten 5,7 Prozent mehr Geld bekommen. Ferner soll es drei Einmalzahlungen über insgesamt 1100 Euro geben. Im Osten sollen Löhne und Gehälter zunächst um 6,6 Prozent angehoben werden und dann in einem zweiten Schritt zum 1. Juni 2019 weitere 0,8 Prozent. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 250 Euro.

“Das ist bundesweit der höchste Abschluss in diesem Jahr”, betonte IG-BAU-Chef Robert Feiger. “Deutschland verzeichnet ein starkes Wirtschaftswachstum, und die Baubranche nimmt dabei einen Spitzenplatz ein. Entsprechend hoch waren die Erwartungen der Baubeschäftigten an diese Lohnrunde.” Die Gewerkschaft hatte sechs Prozent mehr Lohn gefordert für zwölf Monate Laufzeit. Die Arbeitgeber hatten ein Plus von 4,2 Prozent angeboten, bei einer Laufzeit von 22 Monaten und einer Einmalzahlung von 400 Euro.

JAHRELANGER BOOM

Die Baubranche boomt seit Jahren, da wegen der niedrigen Zinsen viele private Häuslebauer ihren Traum der eigenen vier Wände verwirklichen. Zudem stecken immer mehr Investoren mangels attraktiver Anlagemöglichkeiten Geld in den Immobilienmarkt. HDB und ZDB peilen für 2018 den höchsten Umsatz seit 23 Jahren an. Die Einnahmen dürften um rund vier Prozent auf gut 117 Milliarden Euro steigen.

“Es waren harte und zähe Verhandlungen, die immer mal am Rande des Scheiterns waren”, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, ZDB-Vorstandsmitglied Uwe Nostitz. Mit der Lohnsteigerung sei für die Unternehmen die “absolute Obergrenze” der Leistungsfähigkeit erreicht. Zugleich aber biete die lange Laufzeit ihnen Planungssicherheit.

Eine erste Schlichtungsrunde unter Leitung Clements war am Montag ergebnislos geblieben. Nach dem zweiten Treffen zeigte sich der frühere SPD-Politiker zufrieden. Er sprach von einem “Ergebnis, das sich überall sehen lassen kann”. Die IG BAU unterstrich Verhandlungserfolge bei weiteren Forderungen. “Dieser Schlichterspruch regelt zudem den Stufeneinstieg in ein bundesweites 13. Monatseinkommen ebenso wie die Ausbildungskosten und eine perspektivische Lösung für bezahlte Wegezeiten zu den Baustellen”, erläuterte Gewerkschaftsvize Dietmar Schäfers.

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