July 10, 2020 / 6:39 AM / 25 days ago

Corona-Krise bremst Preisauftrieb am Bau und drückt Stimmung der Branche

Facades of apartment buildings with micro apartments are pictured at Mitte district in Berlin, Germany, August 29, 2019. REUTERS/Axel Schmidt

Berlin (Reuters) - Die Corona-Krise bremst den Anstieg der Baupreise in Deutschland und drückt zugleich auf die Stimmungslage der Branche.

Der Neubau von Wohngebäuden kostete im Mai 3,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist allerdings der niedrigste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit Mai 2017. Im Februar - also dem Monat vor Einführung größerer Maßnahmen gegen die Pandemie - hatten die Preise noch um 3,4 Prozent angezogen. Die Stimmung in der Branche ist in Corona-Zeiten eher mau, wie die jüngste Unternehmensbefragung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) ergab.

Demnach schlägt sich in der Nachfrage- und Produktionsentwicklung nicht die für den Frühsommer typische Belebung der Bautätigkeit nieder. Insbesondere im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau melden die befragten Firmen eine rückläufige Entwicklung. “Wir beobachten die Konjunkturentwicklung aufmerksam. Sollte sich der derzeitige Trend verfestigen, wird die Baubranche zum Jahresende deutlich schlechter abschließen als noch in 2019”, sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB. “Wie schon im Vormonat sehen wir weiterhin die auch noch im Juni bestehenden Auswirkungen der Corona-Pandemie.” Die Unternehmen hätten einen zusätzlichen Aufwand, um die Gesundheit der Mitarbeiter durch Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zu schützen. Weiterhin komme es zu Störungen in den Lieferketten.

Probleme dieser Art scheinen aber für viele Firmen ihren Schrecken verloren zu haben, wie eine Umfrage des arbeitgebernahen Instituts IW ergab. Mitte März erwarteten demnach noch 35 Prozent der Unternehmen starke Beeinträchtigungen der Geschäftsabläufe durch ausbleibende ausländische Vorleistungen wie etwa Bauteile oder chemische Grundstoffe. Bis Ende Juni halbierte sich dieser Anteil auf 17 Prozent, wie aus der Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Das IW hatte von Anfang März bis Ende Juni im Schnitt wöchentlich rund 500 Firmen über Branchen hinweg zu den Auswirkungen der Epidemie auf die Geschäftsabläufe befragt.

Viele Unternehmen hätten laut IW-Konjunkturchef Michael Grömling im März eine “höhere Schockwelle vor der Brust” und weniger Ausweichmöglichkeiten gesehen als dies Ende Juni der Fall gewesen sei. Sie hätten sich offensichtlich mittlerweile besser mit der Situation arrangieren können: “Es spielte sicherlich eine Reihe von Lerneffekten mit.”[nL8N2EH1PL]

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