November 17, 2009 / 6:26 PM / 10 years ago

Arabischer Fonds an Bayer MaterialScience interessiert

Frankfurt (Reuters) - Der arabische Staatsfonds IPIC zeigt Interesse an einer Übernahme der Kunststoffsparte MaterialScience von Bayer.

“Bayer MaterialScience ist eines der Unternehmen, mit denen wir gesprochen haben”, sagte der Vorsitzende der International Petroleum Investment Company (IPIC), Khadem Al Qubaisi, dem Chemiebranchendienst “ICIS”. Der Staatsfonds aus Abu Dhabi sondiere die Übernahme eines sehr großen petrochemischen Unternehmens in Europa, wurde der Manager am Dienstag zitiert.

Die Bayer-Aktie drehte Bekanntwerden des Berichts ins Plus und schloss mehr als zwei Prozent höher.

Insgesamt spreche IPIC mit fünf großen Petrochemieunternehmen in Europa und in den USA, hieß es in dem Bericht. Der Staatsfonds gehe davon aus, in Europa bis zum ersten Quartal 2010 eine Übernahme unter Dach und Fach zu bringen. “Wir prüfen fünf Möglichkeiten”, sagte Khadem Al Qubaisi dem Branchendienst. IPIC habe Vertraulichkeitsvereinbarungen mit den meisten dieser Unternehmen unterzeichnet.

Ein Bayer-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. An der Börse und unter Analysten hatte es zuletzt wiederholt Gedankenspiele gegeben, Bayer könne sich vom Kunststoffgeschäft trennen und mit den Einnahmen die Marktposition im Arzneimittelbereich ausbauen.

MaterialScience hatte zuletzt stark unter der Wirtschaftskrise gelitten. Bayer erwirtschaftet derzeit rund 30 Prozent seines Jahresumsatzes mit Kunststoffen wie beispielsweise Hart- und Weichschäumen, die unter anderem in der von der Krise getroffenen Automobilbranche eingesetzt werden. Zuletzt hatte sich die Sparte aber wieder etwas erholt.

Die Kassen von IPIC sind derzeit gut gefüllt. Der Staatsfonds hatte sich Anfang Juni nach einem guten halben Jahr von einem Großteil seiner Beteiligung an der britischen Bank Barclays getrennt und dabei einen Milliardengewinn eingefahren. IPIC profitierte dabei von den Kursanstiegen der Finanzwerte. In Deutschland ist der Staatsfonds zudem keine unbekannte Größe. Die von IPIC kontrollierte Investmentgesellschaft Aabar war im März mit 9,1 Prozent beim Autobauer Daimler eingestiegen.

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