March 22, 2018 / 12:51 PM / a month ago

BayernLB strotzt vor Zuversicht - "Jetzt kommt die Kür"

München (Reuters) - Die BayernLB geht trotz eines Gewinnrückgangs 2017 mit Zuversicht ins neue Jahr.

Employees of the Bavarian public sector bank BayernLB are silhouetted as they walk near the bank's logo at the BayernLB headquarters in Munich July 2, 2012. REUTERS/Michaela Rehle/File Photo

Nachdem die in der Finanzkrise vom Freistaat gerettete Landesbank im vergangenen Sommer das letzte Geld zurücküberwiesen hat, freut sich Bankchef Johannes-Jörg Riegler auf den neuen Freiraum. “Wir haben die letzten Pflichtaufgaben erledigt. Jetzt kommt die Kür”, sagte er am Donnerstag in München. Mit dem Abschluss des EU-Beihilfeverfahrens sind Beschränkungen für das Geschäft weggefallen, die Bank kann nun beispielsweise ihr Auslandsengagement ausweiten.

“Wir können nicht an der bayerischen Grenze halt machen”, sagte Riegler. Er will etwa das Mittelstandsgeschäft in den Nachbarländern Österreich und Schweiz ausbauen. Im Immobiliengeschäft will er die Abhängigkeit vom deutschen Markt reduzieren und sich stärker in den USA und Frankreich engagieren. “Wir werden wachsen wo wir stark sind”, sagte er. “Es gibt da keine Spinnerereien”, versuchte er Befürchtungen zu zerstreuen, die Bank könnte sich wie einst beim Milliardendesaster mit der österreichischen Hypo Alpe Adria im Ausland verspekulieren. Die Expansion soll in den kommenden Jahren auch den Gewinn nach oben treiben. “Da geht noch einiges.” Für 2018 bleibt er jedoch bei der üblichen Prognose eines Gewinns im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Die Bilanz des vergangenen Jahres fiel gemischt aus: Einerseits sank der Gewinn vor Steuern um acht Prozent auf 652 Millionen Euro - auch weil Beteiligungsverkäufe das Ergebnis im Vorjahr aufgebläht hatten. Andererseits konnte die BayernLB trotz der lockeren Geldpolitik der EZB den Zinsüberschuss kräftig steigern. Unter dem Strich kletterte der Gewinn auch wegen niedrigerer Steuern um ein Viertel auf 677 Millionen Euro.

Zu den Belastungen durch Abschreibungen auf einen Kredit des angeschlagenen Möbelkonzerns Steinhoff wollte sich Riegler nicht näher äußern. “Die Beeinträchtigungen sind wesentlich geringer, als der ein oder andere glauben mag”, sagte er. Im Unternehmenskundengeschäft schnellte die Risikovorsorge auf 164 Millionen Euro in die Höhe, nachdem die Bank im Vorjahr noch Rückstellungen über acht Millionen Euro aufgelöst hatte.

Einschließlich Gebühren hat der Freistaat nun insgesamt gut 5,5 Milliarden Euro zurückerhalten, der Rest der insgesamt zehn Milliarden für die Rettung der Landesbank soll das Land langfristig über Dividenden zurückerhalten. Trotz der Rückzahlung der letzten obligatorischen Rate von einer Milliarde an Staatshilfen stieg die harte Kernkapitalquote auf 15,3 (Vorjahr: 13,2) Prozent. “Das ist eine Region, in der wir uns sehr wohl fühlen”, sagte Riegler. Die Bank habe genug Spielraum zu wachsen und die Belastungen durch verschärfte Regulierung (“Basel IV”) abzufedern.

Das dicke Kapitalpolster weckt bei einigen Eigentümern auch Begehrlichkeiten, die Ausschüttung zu erhöhen. Für 2017 sollen der Freistaat und die bayerischen Sparkassen erstmals seit Jahren eine Dividende von 50 Millionen Euro erhalten.

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