December 19, 2019 / 10:27 AM / 3 months ago

BayernLB streicht mehr als 400 Stellen

Employees of the Bavarian public sector bank BayernLB are silhouetted as they walk near the bank's logo at the BayernLB headquarters in Munich July 2, 2012. REUTERS/Michaela Rehle/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Die BayernLB zieht sich weitgehend aus dem Kapitalmarktgeschäft zurück und streicht mehr als 400 der 7700 Arbeitsplätze.

Künftig setzt die Landesbank noch stärker auf ihre Online-Tochter DKB, die die Zahl ihrer Kunden binnen fünf Jahren auf acht Millionen verdoppeln soll, wie die BayernLB am Donnerstag mitteilte. Mit dem Umbau reagiert das Geldhaus auf die niedrigen Zinsen und den harten Wettbewerb, die zuletzt zu einem Gewinneinbruch geführt hatten. “Wir werden vieles verändern, um die BayernLB dauerhaft finanziell gesund aufzustellen und so auch in Zukunft zu den eigenständig und nachhaltig erfolgreichen Banken in Deutschland zu gehören”, sagte Vorstandschef Stephan Winkelmeier.

Im Kapitalmarktgeschäft will die BayernLB zahlreiche nicht mehr profitable Produkte einstampfen, die Kosten signifikant senken und Kapital freisetzen. Hier fallen inklusive nachgelagerter Stellen in der Zentrale 400 Arbeitsplätze weg. Daneben werden weitere Jobs in der Kernbank gestrichen. Der Umfang werde erst in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden, erklärte die Landesbank. Ein Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, wie viele weitere Stellen auf der Kippe stehen.

Die Ertragsperle DKB, die schon heute mehr als ein Drittel zum Gewinn der Bank beisteuert, soll dagegen weiter gestärkt werden. Bis 2024 will die BayernLB dort 400 Millionen Euro investieren; die nach der ING zweitgrößte Direktbank in Deutschland soll auf eine Rendite vor Steuern von gut zehn Prozent kommen.

Auch im gewerblichen Immobilienfinanzierungsgeschäft will die BayernLB deutlich expandieren. Dabei setzt die Bank neben Deutschland auf Wachstum in Auslandsmärkten, insbesondere in Westeuropa, Großbritannien und den USA.

Durch den Umbau will die BayernLB ihre Rendite vor Steuern bis 2024 auf rund acht Prozent von rund fünf Prozent steigern. Die Kosten für den Personalabbau und die Verkleinerung des Kapitalmarktgeschäfts werden aber vor allem 2020 und 2021 das Ergebnis belasten. Für das laufende Jahr bekräftigte die BayernLB ihre Prognose eines Vorsteuergewinns im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Das Land Bayern und der bayerische Sparkassenverband bezeichneten den Umbau als wichtigen Schritt zur Sicherung der langfristigen Stabilität der Bank. Er begrüße, dass der Vorstand die Bank mit einem klaren strategischen Zielbild weiterentwickele, sagte der bayerische Finanzminister Albert Füracker. “Der Vorstand der BayernLB ergreift die Initiative und stellt sich aktiv den Herausforderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds”, sagte der bayerische Sparkassen-Präsident Ulrich Netzer. Bayern hält 75 Prozent an der Landesbank, die restlichen 25 Prozent liegen bei den Sparkassen.

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