March 3, 2020 / 7:15 AM / a month ago

Zunehmende Unsicherheit bei Beiersdorf wegen Coronavirus

Notepads of German personal-care company Beiersdorf are pictured at the annual shareholders meeting in Hamburg, Germany April 20, 2017. REUTERS/Fabian Bimmer

Hamburg (Reuters) - Der Kosmetikhersteller Beiersdorf stellt sich wegen des Coronavirus auf unsichere Zeiten ein.

Die Auswirkungen der Epidemie könnten zwar noch nicht quantifiziert werden, erklärte Konzernchef Stefan De Loecker am Dienstag anlässlich der Präsentation der Bilanz für das abgelaufene Jahr. Gleichwohl sei bereits abzusehen, dass sich der Gegenwind verstärken werde. Dazu trage auch der zunehmende Wettbewerb in einigen Märkten bei. Dennoch nimmt sich der Dax-Konzern wieder eine Steigerung des Umsatzes vor und will die Ertragskraft stabil halten.

Im vergangenen Jahr sorgten Investitionen in neue Produkte und Zukäufe dafür, dass der Betriebsgewinn des Konsumgüterkonzerns leicht schrumpfte. Das operative Ergebnis sank um ein halbes Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Den Umsatz steigerte Beiersdorf organisch um 4,1 Prozent auf 7,65 Milliarden Euro.

Während der Umsatz im Kosmetikgeschäft um 4,8 Prozent zulegte, hinkte die Klebstoffsparte erwartungsgemäß hinterher, weil hier das Geschäft mit der kriselnden Autoindustrie schon länger unter Druck steht. Der Umsatz von Tesa stieg deshalb nur marginal um 0,8 Prozent. Die operative Rendite der Tochter sank auf 15,3 (15,7) Prozent. Im Kerngeschäft mit Marken wie Niveau, Eucerin und La Prairie sank die Ebit-Marge sogar um einen ganzen Prozentpunkt auf 14,3 Prozent. Der Nettogewinn stieg im Konzern um gut fünf Prozent auf 795 Millionen Euro. Daraus sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende von 70 Cent je Anteilschein bekommen.

MUTIGER ALS DIE KONKURRENZ

Mit der Prognose eines organischen Umsatzwachstums zwischen drei und fünf Prozent sind die Hamburger optimistischer als Konkurrent Henkel. Der Hersteller von Pritt und Persil aus Düsseldorf erwartet für 202O ein organisches Wachstum von bis zu zwei Prozent. Henkel kämpft mit Problemen im Kosmetikgeschäft sowie mit dem Abschwung bei wichtigen Kunden seiner Klebstoffsparte wie etwa der Automobilindustrie.

Konzernchef De Loecker will den Hamburger Traditionskonzern stärker auf Veränderungen in der Kosmetikbranche ausrichten, in der die Kundschaft vermehrt von Massenmarken wie Niveau abwandert. Beiersdorf setzt deshalb verstärkt auf Innovationen wie etwa eine spezielle Hautpflege für Tätowierungen. Auch sollen vermehrt Naturkosmetika angeboten werden.

Für neue Produkte, Zukäufe und die Digitalisierung macht Beiersdorf 70 bis 80 Millionen Euro im Jahr locker. Zuletzt hatte der Konzern sein Geschäft auch mit einer Übernahme ausgebaut. Die Sonnenschutzmarke Coppertone ergänzt nun das Produktangebot, vor allem das Geschäft in Nordamerika soll so gestärkt werden. Zudem steckt der Konzern 220 Millionen Euro in den Bau eines neuen Werks der Marke Florena nördlich von Leipzig.

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