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Unternehmensnachrichten

Corona-Krise belastet Bertelsmann - Weniger Werbung bei TV und Zeitschriften

Pencils with the logo of German media group Bertelsmann CEO are seen at the annual news conference Berlin, Germany, March 22, 2016. REUTERS/Fabrizio Bensch/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD PACKAGE - SEARCH 'BUSINESS WEEK AHEAD NOV 7' FOR ALL IMAGES

Berlin (Reuters) - Der Medienriese Bertelsmann bekommt das schwächelnde Werbegeschäft in der Corona-Krise zu spüren.

Im ersten Halbjahr sank der Betriebsgewinn um gut ein Fünftel auf eine Milliarde Euro und die Erlöse fielen um fast neun Prozent auf 7,8 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. “Wir sind gut in das Jahr gestartet, spüren jedoch seit März die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie – insbesondere auf den Werbemärkten”, sagte Unternehmenschef Thomas Rabe. Dies habe vor allem den größten Umsatzbringer im Konzern, die RTL Group, getroffen, aber auch das Zeitschriftengeschäft von Gruner+Jahr und die Printsparte. Für das zweite Halbjahr hofft Rabe auf eine schrittweise Erholung der Werbemärkte.

Grund für das schwächere Halbjahr war vor allem, dass der RTL-Umsatz allein im zweiten Quartal um 28 Prozent einbrach. Die Werbeerlöse, die bei vielen privaten Fernsehsendern einen Großteil der Einnahmen ausmachen, schrumpften im zweiten Quartal europaweit um 40 Prozent. Für das laufende dritte Quartal rechnet Rabe, der auch RTL-Chef ist, nur noch mit einem Minus von zehn Prozent. Allein in Deutschland sei die TV-Werbung im August bereits wieder deutlich über dem Vorjahresniveau. “Es ist wirklich sehr, sehr schwer zu sagen, ob sich dieser positive Trend jetzt in dieser Form fortsetzt”, warnte Rabe. Denn das Werbegeschäft hänge von der Konjunktur und in Corona-Zeiten damit auch vom Infektionsgeschehen ab.

Bertelsmann profitierte in der Virus-Pandemie von seinem breiten Portfolio und vielen digitalen Geschäftsmodellen. So kamen die Buchverlage, das Musikgeschäft, die Arvato-Dienstleistungsgeschäfte und die Bildungssparte deutlich besser durch die Krise als die werbefinanzierten Medien. Der Gütersloher Konzern bremste zudem den Abfluss von Liquidität, senkte die wirtschaftliche Verschuldung und glich mehr als 60 Prozent des Umsatzrückgangs durch Einsparungen aus. Zum Höhepunkt der Krise waren konzernweit 20.000 der 126.000 Beschäftigten in Kurzarbeit. In Deutschland waren es anfangs 7000, derzeit sind es noch rund 1000.

Zukäufe macht die Corona-Krise für Bertelsmann - etwa im Digital- oder Bildungsgeschäft - nicht leichter, sagte Rabe. “Bei Wachstumsplattformen gibt es keine Preisnachlässe.” Die gute Entwicklung im ersten Halbjahr zeige sich “eher in höheren als niedrigeren Bewertungen”.

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