September 10, 2019 / 9:34 AM / 12 days ago

OECD - Jobchancen für Erwachsene ohne Hochschulabschluss gestiegen

Commuters enter an U-Bahn underground train at Alexanderplatz station during a rail workers' strike across the country due to a pay dispute with Deutsche Bahn in Berlin, Germany, December 10, 2018. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Die Beschäftigungschancen von Erwachsenen in Deutschland mit klassischer Berufsausbildung haben sich in den vergangenen zehn Jahren einer Studie der OECD zufolge deutlich erhöht.

Ihre Beschäftigungsquote sei von 78 auf 84 Prozent gestiegen, geht aus der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. In den Industriestaaten insgesamt sei der Anteil in diesem Zeitraum dagegen von 79 auf 78 Prozent gesunken. Die Beschäftigungsquote von Erwachsenen in Deutschland mit einem sogenannten Tertiärabschluss - vor allem Hochschulabsolventen - stagnierte dagegen bei 88 Prozent.

Trotz der verbesserten Jobchancen verdienen Erwachsene ohne Hochschulabschluss deutlich weniger: Sie bekommen in Deutschland 39 Prozent weniger als Personen mit einem Bachelor-Abschluss. Im OECD-Schnitt ist das Verdienstgefälle mit 31 Prozent nicht so stark ausgeprägt. In Deutschland stellen Frauen etwa 50 Prozent der Studienanfänger in Bachelorstudiengängen. In längeren Studiengängen, in denen ein Master als Erstabschluss erworben wird, sind es sogar mehr als 60 Prozent.

Dennoch verdienen Frauen weniger als Männer. “Das Verdienstgefälle ist in Deutschland auf höheren Bildungsstufen größer als im Durchschnitt der OECD-Länder, insbesondere unter den 35- bis 44-Jährigen”, heißt es in der Untersuchung. Demnach beziehen sie im Schnitt nur 72 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen. “Insbesondere Frauen studieren und arbeiten häufig in Bereichen, in denen das Arbeitsentgelt möglicherweise geringer ist und entscheiden sich zudem für Teilzeitarbeit, was zu einem verzögerten Gehaltsanstieg in ihrer beruflichen Karriere führen dürfte”, erklärte die OECD. 31 Prozent der erwerbstätigen Frauen mit Tertiärabschluss arbeiteten 2017 in Deutschland Teilzeit, während es im Durchschnitt der OECD-Länder nur 24 Prozent waren.

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