April 28, 2010 / 1:27 PM / 10 years ago

Bundesregierung will mit Bildungslotsen Schulabbrechern helfen

Bildungsministerin Annette Schavan während einer Kabinettssitzung in Berlin am 28. April 2010. REUTERS/Thomas Peter

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will potenziellen Schulabbrechern mit 3200 Bildungslotsen den Weg in einen Beruf ebnen.

Bis zu 60.000 gefährdete Hauptschüler sollten ab der siebten Klasse Orientierungshilfen erhalten, sagte Bildungsministerin Annette Schavan am Mittwoch in Berlin. Die Zahl der Jungendlichen, die die Schule ohne Abschluss oder nur unzureichend vorbereitet verließen, sei weiterhin zu hoch, wenngleich sie 2009 um ein Viertel auf 60.000 zurückgegangen sei. Unter ihnen seien doppelt so viele Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Um die Zahl weiter zu verringern, will Schavan für das Projekt “Bildungsketten” bis 2018 insgesamt 755 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch zudem den Bildungsbericht 2010. Demnach ist die Zahl der Jungendlichen, die 2009 eine Lehrstelle erhielten, im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 566.004 gesunken. Wegen des demografischen Wandels gebe es mit 575.607 jungen Menschen aber 8,8 weniger Ausbildungsinteressierte. Zum zweiten Mal in Folge gab es demnach Ende September mehr unbesetzte Ausbildungsplätze (17.225) als unversorgte Bewerber (9.603). Dem Bericht zufolge besteht allerdings ein “harte Kern” von 100.000 Altbewerbern, die Hilfe benötigten.

Schavan will deshalb mit rund 355 Millionen Euro sogenannte Bildungseinstiegsbegleiter finanzieren, die zu einem Drittel ehrenamtlich tätig sein sollen und jeweils zu einem Drittel von der Bundesagentur für Arbeit sowie dem Bildungsministerium bezahlt werden. Die Lotsen sollen den Jugendlichen Orientierungshilfen geben und sie bei der Berufswahl unterstützen.

Für eine Potenzialanalyse, die ab der siebten Klasse eingeführt werden soll, sind insgesamt 400 Millionen Euro vorgesehen. In Modellregionen sei das Verfahren bereits erprobt worden, sagte Schavan. “Das hat so positiv gewirkt, dass wir gesagt haben: An der Finanzierung soll es nicht scheitern.” Das Konzept, das auch Werkstatterfahrungen in Bildungszentren umfasse, habe sich als sehr viel effektiver erwiesen als rein schulische Fördermaßnahmen. Die CDU-Politikerin forderte zudem Unternehmen auf, trotz der Wirtschaftskrise weiter auszubilden. Wer jetzt nicht ausbilde, habe in einigen Jahren das Nachsehen.

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